Kurs Aschewolke

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19. April 2010, 08:33 Uhr

Hamburg | Gestern um 16 Uhr ist der Forschungsflug zur Untersuchung der Aschewolke von Oberpfaffenhofen bei München gestartet. Das Flugzeug Falcon 20 E werde bis an die holländische Grenze fliegen, um die Dichte der Ascheteilchen in der Luft sowie ihre Größe zu messen, sagte die Sprecherin Miriam Kamin vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Ergebnisse sollen voraussichtlich in den nächsten Tagen vorliegen.

Forscher der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich bestätigten nach Messungen mit Wetterballons, Lasern und Messflugzeugen, dass die Aschewolke über Europa tatsächlich die für Flugzeuge gefährlichen Vulkan aerosole enthält. "Wir konnten in einer Höhe zwischen vier und fünf Kilometern eine besonders hohen Anteil an Vulkanaerosolen feststellen", sagte ETH-Professor Thomas Peter. Sie gelten als gefährlich für Flugzeuge, da sie in der Hitze der Triebwerke schmelzen und zu Glasablagerungen führen können. So hatte die Vulkanasche zuvor einen Nato-Kampfjet bei einem Testflug über Europa beschädigt. Die Maschine landete am Wochenende mit Glas im Triebwerk, sagte ein hoher US-Beamter gestern in Brüssel. Die Fluggesellschaften verlieren nach Angaben der Internationalen Luftfahrtvereinigung IATA täglich mindestens 150 Millionen wegen der Flugverbote. Hinzu kämen Ausgaben für die Entschädigung von Passagieren und für die Verlegung leerer Flugzeuge.

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag sagte, der Milliarden-Umsatzverlust beziehe sich ausschließlich auf den Außenhandel, davon würden wertmäßig 35 bis 40 Prozent über die Luftfahrt abgewickelt, sagte DIHK-Chefvolkswirt Volker Treier. Ein großer Teil könne hereingeholt werden, sobald Flugzeuge wieder starten könnten.

Der Vulkan am Eyjafjalla-Gletscher auf Island stößt zunehmend weniger Asche und dafür mehr Lava aus. Ein Sprecher des Meteorologischen Institutes in Reykjavik sagte gestern: "Das sind gute Nachrichten für Flugreisende in Europa." Ein Überwachungsflug per Hubschrauber habe bestätigt, dass die für den Flugverkehr in Europa gefähr liche Wolke mit Vulkanasche über dem Gletscher nur noch eine Höhe zwischen 500 Metern und zwei Kilometern erreicht. Experten warnten allerdings vor voreiligen Schlüssen für den Flugverkehr, weil sich durchaus wieder neue Krater auf dem Eyjafjallajökull mit wieder stärkerem Ascheausstoß bilden könnten.

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