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Wirtschaft : Kur- und Bäderorten fehlen Fachkräfte

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Von 29,5 Millionen Übernachtungen 2015 rund 21,3 Millionen in Badeorten – Doch nun droht das Fachpersonal auszugehen

svz.de von
erstellt am 22.Apr.2016 | 08:00 Uhr

Kur- und Bäderorte in Mecklenburg-Vorpommern leiden nach Ansicht des Präsidenten des Landesbäderverbands, Andreas Kuhn, unter einem besorgniserregenden Fachkräftemangel. „Man sieht die deutliche Tendenz, dass Gaststätten ihr früheres Angebot nicht mehr halten können“, sagte Kuhn am Donnerstag beim Bädertag in Kühlungsborn. Immer mehr Häuser könnten ein Mittags- und Abendangebot nicht absichern und stellen auf Hotel garni mit Frühstück um. Die Betreiber versuchen gegenzusteuern, indem sie ganzjährige Arbeitsplätze anbieten und vernünftige Löhne zahlen. Die Kommunen unterstützen sie, in dem sie preiswerten Wohnraum schafften.

Den Kur- und Erholungsorten drohen aber auch die Badeärzte auszugehen. „Derzeit sind noch 30 dieser speziell ausgebildeten Ärzte im Nordosten tätig, doch ihr Durchschnittsalter liegt bei 60 Jahren“, sagte Kuhn. Es müssten dringend jüngere Ärzte engagiert werden, damit die Orte ihren Status als Heilbäder bewahren und weiter ambulante Therapien anbieten können.

Ein Problem sei, dass in Deutschland die notwendigen Qualifikationen für den Titel „Badearzt“ im Vergleich zum benachbarten Ausland ungleich höher sind. Der Bäderverband suche nun das Gespräch mit den Ärztekammern und Krankenkassen, um dieses Problem zu lösen. Schon jetzt sei die Ausbildung so reduziert worden, dass die Ärzte zu Wochenendseminaren und verschiedenen Hospitationen fahren. Früher hätten sie für eine einjährige Ausbildung ihre Praxis schließen müssen. Allerdings sei die Ausbildung immer noch so teuer, dass die späteren Erträge das nicht aufwiegen könnten, sagte Kuhn. „Die Mediziner brauchen entsprechende Anreize, um sich als Badearzt niederzulassen.“ So könnten sich die Kurorte an der Finanzierung der Ausbildung beteiligen oder Praxisräume kostengünstig zur Verfügung stellen. Viel verspricht sich Kuhn von der Zusammenarbeit mit der Uni Rostock, wo unter anderem ein Lehrstuhl für Naturheilkunde etabliert ist.

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