Eiswelt Rövershagen : Kunstvolle Eiswerke zum Jubiläum

22 Künstler formen hochkarätige Ausstellungsstücke aus Eiskristallen. Eine von ihnen ist die Australierin Anne Marie Taberdo.
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22 Künstler formen hochkarätige Ausstellungsstücke aus Eiskristallen. Eine von ihnen ist die Australierin Anne Marie Taberdo.

15. Eiswelt in Rövershagen widmet sich der 800-jährigen Stadtgeschichte von Rostock. Eröffnung am 9. Dezember.

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24. November 2017, 20:45 Uhr

Geschichte in Eis: Die Hansestadt Rostock steuert in 2018 auf 800 Jahre Stadtgeschichte zu. Ein Ereignis, für das aktuell internationale Künstler Tonnen von Eisblöcken in glitzernde und funkelnde Geschenke verwandeln. Unter dem Titel „Die geheimnisvolle Stadt – 800 Jahre Rostock“ formen 22 Künstler hochkarätige Ausstellungsstücke aus Eiskristallen. Ein Wettstreit, dem sich die Australierin Anne Marie Taberdo nicht entziehen konnte. „Es ist sehr schwer in Australien an Eis zu kommen, aber wenn man etwas unbedingt will, dann findet man einen Weg“, sagt die junge Frau.

 

Die Eiswelt in Rostock ist ihre Welt und zugleich eine Premiere. „Sie ist die erste Australierin, die ein Eiskunstwerk schafft“, sagt Othmar Schiffer-Belz, künstlerischer Leiter der Eiswelt. Anne Marie Taberdo lacht und sagt: „Das sind großartige Neuigkeiten und ich habe das Glück, die Eiskunst aus unserem sonnigen Land zu repräsentieren.“

Dick eingepackt in Winterjacke und Thermohose steht sie mit Kettensäge und Eisschaber vor ihrem Werk. Es ist der Bug eines Kreuzfahrtschiffes. Dort können die Gäste links und rechts herunterrutschen. Ihr Schiff gehört somit zum modernsten Teil der Ausstellung.

„Die Werke sind vergänglich, aber das Arbeiten mit Eis ist einzigartig. Es ist eine Kunst für den Augenblick“, sagt die 31-Jährige. Zu Hause arbeite sie meist an kleineren Skulpturen für kommerzielle Kunden. In Rostock habe sie die große Freiheit und das Glück, von anderen Künstlern, die zur Weltelite gehören, zu lernen.

Eine gemeinsame Arbeit und eine echte Herausforderung: Bis zu acht Stunden wird bei minus zehn Grad Celsius an insgesamt 2300 Eisblöcken geschliffen, gesägt, geschabt und gemeißelt. Insgesamt 70 Akteure sind an den Vorbereitungen beteiligt.

Die Welt aus Eis ermöglicht den Betrachtern eine ganz besondere Reise in die Geschichte der Hansestadt. Dafür steht unter anderem Dmitry Klimenko. Mit der Kraft seiner Hände formt der Russe aus einem zwei Meter hohen Eisblock Fürst Borwin, den Stadtgründer von Rostock. Gewisse Ähnlichkeiten zwischen dem Künstler und dem Eiswerk lassen erahnen, wie intensiv und mit wie viel Herzblut die Auseinandersetzung mit dem Thema stattfand. Klimenko ist schlichtweg fasziniert von Borwin und schenkt der 15. Eiswelt eine Figur mit besonderer geschichtlicher Bedeutung.

Eine temporäre Ausstellung, die bis Oktober 2018 der Öffentlichkeit zugänglich bleiben wird, verrät Othmar Schiffer-Belz. Eine Reise durch die Geschichte, mit der sich im Vorfeld die Künstler aus Lettland, der Mongolei, Malaysia, Thailand, Japan, Senegal, der Tschuwarischen Republik und Irland intensiv auseinandersetzten. „Alle Teilnehmer bewarben sich mit ihren Skizzen“, sagt der künstlerische Leiter. Im Ergebnis entstehen bis zum 4. Dezember 18 Stationen aus der Stadtgeschichte, gefertigt von 22 Künstlern aus zehn Nationen. Ihre Eiswerke zeigen Bilder von „Man un Fru - Eisbar“, historische Fassaden, die Heimatfigur Hein Hannemann, die astronomische Uhr oder das Rostocker Tor.

Die 15. Eiswelt öffnet am 9. Dezember bei „Karls“ in Rövershagen. Bis zum 31. Oktober 2018 erzählen dort die Werke kuriose, bekannte und weniger bekannte Geschichten um das Rostocker Stadtjubiläum. Die einmal erworbenen Eintrittskarten behalten während des gesamten Ausstellungszeitraumes ihre Gültigkeit.

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