Kleiderbörse in Gadebusch : Kundschaft hat sich verdoppelt

Lydia Schulz sortiert Kinderkleidung ein – aber das Sortiment für den Nachwuchs ist einmal mehr ausgedünnt. Foto: Hans Taken
Lydia Schulz sortiert Kinderkleidung ein – aber das Sortiment für den Nachwuchs ist einmal mehr ausgedünnt. Foto: Hans Taken

Die ehrenamtlichen Damen, die im hinteren Teil der Kleiderbörse in Gadebusch zu tun haben, haben sich längst an das monotone Geräusch gewöhnt. „Die Waschmaschine läuft fast immer", sagt Lydia Schulz und zeigt darauf.

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17. Juli 2012, 10:54 Uhr

Gadebusch | Die ehrenamtlichen Damen, die im hinteren Teil der Kleiderbörse in Gadebusch zu tun haben, haben sich längst an das monotone Geräusch gewöhnt. "Die Waschmaschine läuft fast immer", sagt Lydia Schulz und zeigt auf das Haushaltsgerät, in dem sich auch an diesem Montagmittag wieder Kleidungsstücke in der Trommel drehen. "Das ist immer noch unsere erste", sagt die Leiterin der Kleiderbörse des Arbeitslosenverbandes stolz. Wie viele Tonnen seit der Eröffnung der Börse im Mai 2005 durch die Maschine gegangen sind, das kann niemand der Frauen genau sagen, aber Wäsche, die gebe es immer genug zu waschen. Kunden, die sich in der Kleiderbörse mit gebrauchten Sachen eindecken, die gibt es auch genug. "Hatten wir anfangs im Monat 280 bis 300 Kunden, so sind es mittleweile bis zu 550 im Monat", weiß Lydia Schulz. Die Kleiderbörse ist zu einer festen Einrichtung geworden, die Scham, sich dort die ausgemusterte Sachen andere Menschen zu kaufen, ist bei vielen Kunden zurückgegangen. "Wir versuchen ja auch, eine Atmosphäre herzustellen, die einem normalen Geschäft ähnelt", sagt die Leiterin.

In den kleinen Räumen des einstöckigen Gebäudes in der Rehnaer Straße 3 wird sortiert, genäht und gebügelt, die Kleidung vom Baby-Schlafsack bis zur Herrenjacke fein säuberlich in Regalen oder auf Ständern präsentiert. Die Preise reichen von 20 Cent bis zu fünf Euro. Nur die ausgefallenere Landhauskleidung kann schon einmal 15 Euro kosten.

"Haben sie auch Strümpfe?", fragt ein älterer Herr. Ja, die hat die Kleiderbörse auch im Angebot. Nur bei Baby- und Kleiderkleidung ist das Sortiment einmal mehr ausgedünnt. "Diese Sachen werden am häufigsten gebraucht", sagt Lydia Schulz. Dass die Kleiderbörse, die in den drei Ämtern Gadebusch, Rehna und Lützow-Lübstorf 21 Kleider-Container aufgestellt hat , solch einen großen Zulauf hat, lasse sich, so Schulz, leicht erklären: "Alles wird teurer, da sparen die Leute lieber an der Kleidung, als am Essen. Zudem hat sich herum gesprochen, dass es bei uns vernünftige Ware gibt"

Die Kleiderbörse ist montags bis donnerstags von 9 bis 16 Uhr und freitags von 9 bis 13 Uhr geöffnet. Wer Kleidung direkt dort abgeben möchte, kann dies auch jenseits der Öffnungszeiten machen. "Die Säcke können einfach vor die Tür gestellt werden", schlägt Lydia Schulz vor. Die Kleidungsstücke werden später sortiert - und dann bekommt auch die Waschmaschine wieder etwas zu tun.


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