Zwölf Unternehmen in MV von Öko-Umlage befreit : Kunden zahlen Millionen für Energiewende drauf

Die Energiewende schlägt mit Millionenbeträgen zu Buche.dapd
Die Energiewende schlägt mit Millionenbeträgen zu Buche.dapd

Bei Verbrauchern und den allermeisten Unternehmen in MV schlägt die Energiewende mit Millionenbeträgen zusätzlich zu Buche. Gleichzeitig werden zwölf energieintensive Unternehmen in MV von der Öko-Stromabgabe befreit.

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15. August 2012, 06:54 Uhr

Schwerin | Teure Stromrechnung: Bei Verbrauchern und den allermeisten Unternehmen in MV schlägt die Energiewende mit Millionenbeträgen zusätzlich zu Buche - mit geschätzt rund 50 Millionen Euro. Gleichzeitig werden zwölf energieintensive Unternehmen in MV von der für alle geltenden Öko-Stromabgabe befreit und um Millionen entlastet, geht aus einer unserer Redaktion vorliegenden Beihilfeliste des Bundeswirtschaftsministeriums hervor.

Danach sind die Fliesenwerke Boizenburg, Eisengießerei Torgelow, die Holzverarbeiter Egger, Hüttemann und German Pellets in Wismar, die Energiewerke Nord in Rubenow, die Milchverarbeiter Hansano Upahl, ZMV Dargun, Wheyco Altentreptow und Müritz-Milch Waren, die Straßenbahn AG Rostock und der Geflügelschlachter Stolle in Brenz von der Abgabe ausgenommen.

Bundesweit würden mehr als 500 fast vollständig von der Umlage befreit, kritisierte Bärbel Höhn, Vize-Chefin der Grünen-Fraktion im Bundestag. Betriebe mit einem Verbrauch von zehn Gigawattstunden brauchen die Umlage nicht zu zahlen.

Allein die Egger-Holzwerke Wismar sparen jährlich einen siebenstelligen Millionenbetrag, teilte das Unternehmen gestern mit. "Ohne die Entlastung wäre das Werk in Wismar im internationalen Wettbewerb schlechter gestellt", meinte Ralf Lorber, kaufmännischer Geschäftsführer. Allerdings habe Egger auch Millionenbeträge investiert, um den Energieaufwand zu senken - binnen zwölf Jahren um die Hälfte. Deutschland habe die zweithöchsten Strompreise in Europa, ohne Kostenentlastung seien die Unternehmen nicht wettbewerbsfähig, erklärte auch German-Pellets-Sprecherin Claudia Röhr. "Dies sichert auch Arbeitsplätze im Inland."

Die Belastungen für die Verbraucher werden indes noch größer: Ab 2012 würden mehr als 2500 Unternehmen in Deutschland von der Umlage befreit. Höhn: "Die Bundesregierung bläht so die Stromkosten für die Verbraucher und kleinen Unternehmen unnötig auf." Nicht der Ausbau der Erneuerbaren Energien, sondern die Subventionspolitik mit der Gießkanne treibe die Preise hoch. Neben der EEG-Umlage werden die Verbraucher in MV auch für die milliardenschwere Befreiung der energieintensiven Schwerindustrie von den Netzentgelten zusätzlich zur Kasse gebeten - ab 2012 mit mindestens zehn Millionen Euro jährlich, errechneten Energieexperten.

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