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Mecklenburg-Vorpommern : Kultusministerium: Klagen und Postengerangel

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Dicke Luft im Kultusministerium: Abteilungen sind seit Monaten ohne Leiter und müssen von Vertretungen geführt werden. Neubesetzungen wurden noch nicht vorgenommen. Die Personalnot ist groß, die Stimmung schlecht.

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erstellt am 24.Jul.2013 | 07:48 Uhr

Schwerin | Dicke Luft im Kultusministerium: Abteilungen sind seit Monaten ohne Leiter und müssen von Vertretungen geführt werden. Neubesetzungen wurden noch nicht vorgenommen. Die Personalnot ist groß. Dort, wo Bewerbungsgespräche geführt werden, gibt es Konkurrenzklagen. Der Staatssekretär muss selbst vertreten werden. Die Stimmung im Haus sei schlecht, wird berichtet, der Krankenstand sei hoch.

Am Dienstag hat sich der Abteilungsleiter Hochschulen, Dr. Thomas Behrens, in den verdienten Ruhestand verabschiedet. Doch eine Ersatzlösung ist noch nicht in Sicht. Die Stelle ist nicht einmal ausgeschrieben. In der Kultur-Abteilung ist der Abteilungsleiter Dr. Enoch Lemcke seit Februar dauerkrank. In der Abteilung heißt es, keiner wisse, was ihm fehle. Es bestehe kein Kontakt. Petitesse: Offenbar war der Abteilungsleiter zwischendurch immer mal wieder gesundgeschrieben, nutzte die Zeit aber für Urlaub. Auch Lemcke geht Ende Oktober in den Ruhestand. Diese Stelle ist zwar seit dem Frühjahr ausgeschrieben, aber das Verfahren läuft seither. Inzwischen gibt es eine mögliche Nachfolgerin aus einem anderen Ministerium. Aber aus der Abteilung selbst wird eine Konkurrenzklage geführt, weil nach Ansicht des Klägers die Einstellungsvoraussetzungen seitens der Hausspitze genau auf die jetzt angekündigte neue Abteilungsleiterin zugeschrieben gewesen seien. Andere Bewerber wurden gar nicht zum Vorstellungsgespräch geladen. Weitere Klagen sind angekündigt. Ausgang offen.

Das wirkt sich offenbar auf die Arbeit aus: Erst vor wenigen Wochen gab es Kritik an der Kulturabteilung wegen nicht ausgezahlter Kulturfördermittel im Jahr 2012. Es ging um eine halbe Million Euro. Die Summe war außergewöhnlich hoch. In der Abteilung klagt man massiv über den Personalmangel.

Postengerangel auch in der Allgemeinen Abteilung 1: Die Spitze ist seit September 2012 unbesetzt, seitdem der Leiter die Schulabteilung übernommen hat. Auch hier ist bereits eine Nachfolgerin avisiert, die jetzige Stellvertreterin. Ein weiterer Bewerber wurde bisher nicht zum Gespräch eingeladen. Hier führte erst die Drohung mit dem Anwalt zu einem Gespräch, das in der nächsten Woche stattfinden soll.

Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) sieht in dem Vorgang nichts Besonderes: "Abteilungsleiterstellen sind sehr attraktive Verwaltungsposten, daher ist es nicht ungewöhnlich, dass es zum Rechtsstreit kommen kann." Seit Beginn der Legislatur sei klar, dass im Ministerium drei Abteilungsleiterpositionen komplett neu zu besetzen sind. "Das ist sehr viel" so Brodkorb. So käme es jetzt zu der massiven Häufung. Einen besonders hohen Krankenstand gebe es im Ministerium dagegen nicht. Ein Jahresvergleich zwischen 2012/2011 habe signifikant zurückgehende Krankentage nachgewiesen.

Zusätzliche Belastung: Der aus der Abteilung 1 kommende Schulabteilungsleiter, Thomas Jackl, der die größte Abteilung des Hauses leitet, muss zugleich Staatssekretär Sebastian Schröder vertreten. Er ist seit März in Elternzeit. "So wird auch noch die letzte Führungskraft verheizt", klagt ein Mitarbeiter.

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