Förderung von Heimat- und Kulturpflege : Kulturförderung an Güstrow vorbei

<fettakgl>Die Arbeit </fettakgl>im Kinder-Jugend-Kunsthaus ist sehr vielfältig. Diese Masken entstanden in einem  Workshop. Foto: Archiv
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Die Arbeit im Kinder-Jugend-Kunsthaus ist sehr vielfältig. Diese Masken entstanden in einem Workshop. Foto: Archiv

Gerade mal elf von 63 geförderten Vereinen, Projekten, Künstlern und Einrichtungen weist dieser kleine Produktposten im Teilhaushalt 12 (Bildung und Kultur) des Landkreises Rostock für den Altkreis Güstrow aus.

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06. Juni 2012, 08:23 Uhr

Güstrow | Ein auffälliges Missverhältnis wird es bei der Förderung von Heimat- und Kulturpflege in den beiden Landkreis-Teilen "Güstrow" und "Bad Doberan" in diesem Jahr geben. Gerade mal elf von 63 geförderten Vereinen, Projekten, Künstlern und Einrichtungen weist dieser kleine Produktposten im Teilhaushalt 12 (Bildung und Kultur) des Landkreises Rostock für den Altkreis Güstrow aus. 55 000 Euro stehen für diese Posten, in denen sich die Kultur im ländlichen Bereich spiegelt, im Haushaltsentwurf. Der Etat des Landkreises harrt zwar noch als Entwurf seines Beschlusses durch den Kreistag, doch ändern wird sich bei Kunst und Kultur Wesentliches kaum noch, wie auf der jüngsten Sitzung des Bildungs- und Kulturausschusses deutlich wurde.

Sind Kunst und Kultur rund um Rostock so deutlich ausgeprägter als in den Binnenteilen des Landkreises? Sabine Stelley, Leiterin des Schulverwaltungs- und Kulturamtes, widerspricht: Mit der Verteilung der örtlichen Realität habe die Verteilung der Haushaltsmittel für 2012 nichts zu tun. Tatsächlich gäbe es keine feststellbaren Unterschiede zwischen den Regionen im Landkreis in Sachen Kultur, also auch kein Übergewicht im Norden des Landkreises. Das werde auch eine Ausstellung im Juli/August im Doberaner Kreishaus verdeutlichen, auf der sich Künstler des gesamten Landkreises präsentieren werden.

Vierstellig nur Förderung für Kinder-Jugend-Kunsthaus

Dennoch ist im Etatentwurf oftmals der eher symbolisch anmutende Förderbetrag durch den Landkreis für Antragsteller aus dem Altkreis Güstrow ebenso auffällig. Nur in einem Falle, nämlich für das Kinder-Jugend-Kunsthaus in Güstrow, fällt der vorgesehene Förderbetrag mit exakt 1000 Euro vierstellig aus. Stelley: "Hier wird die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen höher gewichtet und entsprechend dotiert." Die Regelbeträge, für manche kleine Vereine oder Vorhaben aber lebensnotwendig, liegen bei 200 oder 500 Euro.

Mit rund 37 600 Euro insgesamt will sich der Landkreis zu Projekten bekennen, die auch das Land fördert und eine Beteiligung des Landkreises zur Bedingung für einen nicht rückzahlbaren Zuschuss macht. Solche Anträge habe man vorrangig bearbeitet, erklärt Stelley. Neben dem Kunsthaus können hier auch der Chor "Die Brücke", die Ausstellung "Kunst und Umwelt" in der Güstrower Wollhalle, die Stadt und der Kunstverein Teterow, die Brinckman-Gesellschaft, die Lalendorfer Bibliothek, das "cultura mobile" in Gnoien und die Städtepartnerschaft von Krakow am See Zuschüsse einplanen , das sind neun der insgesamt 25 durch Land und Landkreis Geförderten. Die anderen 16 haben ihre Adresse im Altkreis Bad Doberan.

Noch augenfälliger werden die Förderunterschiede beim zweiten Teil des Kultur-Etats. Ohne Beisteuerung von Landesmitteln sollen hier insgesamt 17 400 Euro ausgereicht werden. Doch nur ganze zwei von diesen 38 Antragstellern wirken im Süden des Landkreises: der Tourismusverband Mecklenburgische Schweiz und der Verein "Seenlandkunst".

Im Landkreis fehlt einheitliche Förderrichtlinie

Die Unterschiede "Altkreis Güstrow" zum "Altkreis Bad Doberan" in Gesamtzahl der Geförderten und einzelner Förderhöhe soll es aber nur in diesem Jahr geben, betont Sabine Stelley. Hintergrund sei die Historie und die bisher kurze Zeit zum Zusammenwachsen der beiden Landkreise. Förderanträge für 2012 mussten für die Haushaltsplanung bis zum November 2011 eingereicht werden. Da es nach der Kreisfusion zu dem Zeitpunkt - und bis heute - keine einheitliche Förderrichtlinie gibt, konnten die Anträge nur nach den alten Förderrichtlinien der untergegangenen Landkreise gestellt werden. Die aber waren in den beiden Altkreisen sehr unterschiedlich, konnte der Landkreis Bad Doberan doch ganz andere Beträge beisteuern als der chronisch defizitäre Landkreis Güstrow. Gefördert werden kann aber nur, was beantragt wird… So entstand ein Haushaltsansatz, nach dem 50 000 Euro in den Altkreis Doberan und 5000 Euro in den Altkreis Güstrow fließen sollen. Dies, so Stelley, entspräche den Volumen für die beiden Regionen im vergangenen Jahr. Die Amtsleiterin will deshalb auch die vorgesehene unterschiedliche Kulturförderung im Norden und Süden des Landkreises nur als Momentaufnahme, geschuldet den in die Kreisfusion eingebrachten unterschiedlichen Ausgangssituationen, verstanden wissen. Faktisch eine Verlängerung des alten Zustandes um ein Jahr, der sich mit einer neuen Förderrichtlinie auflösen sollte. Stelley: "Die erwarte ich im Herbst." Also noch rechtzeitig zum nächsten Antragstermin. 2013 sei eine "ausgewogenere" Förderung von Kunst und Kultur im Kreis zu erwarten.

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