Festspiele MV : Zur Silberhochzeit auf die Malediven

Begeisterten beim Eröffnungskonzert  in Neubrandenburg: Violinistin Patricia Kopatchinskaja und die NDR-Radiophilhar- monie unter Andrew Manze
Begeisterten beim Eröffnungskonzert in Neubrandenburg: Violinistin Patricia Kopatchinskaja und die NDR-Radiophilhar- monie unter Andrew Manze

Festspiele MV starten mit einem ebenso exotischen wie spannenden Programm in die 25. Jubiläumssaison – und bekamen jede Menge Geschenke.

Karin.jpg von
21. Juni 2015, 21:00 Uhr

Fulminanter Start für die Jubiläumssaison der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern: 850 Gäste erlebten am Sonnabend in der Neubrandenburger Konzertkirche ein mitreißendes Eröffnungskonzert. Sogar 1500 Musikbegeisterte waren gestern in Schwerin beim ersten Fahrradkonzert der Festspiele dabei.

1990 sei es Liebe auf den ersten Blick gewesen, heute würde Silberhochzeit gefeiert, zeichnete Festspiel-Intendant Dr. Markus Fein in seiner Eröffnungsrede ein launiges Bild - dem er gleich noch einen Witz hinterherschob: „,Weißt du, was ich meiner Frau zur Silberhochzeit geschenkt habe?‘ fragt ein Mann seinen Freund. ,Eine Reise auf die Malediven.‘ ,Aber was willst du ihr denn dann noch zur Goldenen Hochzeit schenken?‘, fragt der Freund erstaunt zurück. ,Das Rückflugticket.‘“

Die Festspiele MV, so blieb Fein im Bild, ließen niemanden zurück, nicht auf Poel, nicht in Ulrichshusen und auch nicht in einer der anderen insgesamt 78 Spielstätten in diesem Sommer. „Aber: Unsere Jubiläumssaison gleicht einer Reise auf die Malediven, so viel Exotisches, so viel Spannendes steht auf dem Programm.“ Große Namen wie Anne-Sophie Mutter, Kent Nagano oder Klaus Maria Brandauer prägten es ebenso wie eigens konzipierte Reihen: das Bratschenfestival „360°Viola“ mit Nils Mönkemeyer, die Genre übergreifenden „Pavillons der Jahrhunderte“, die „Unerhörten Orte“, die „Bothmer Musik“ oder auch das gestrige Fahrradkonzert. Bei den 124 hochkarätigen musikalischen Veranstaltungen bis zum 19. September sei garantiert für jeden etwas dabei, so der Intendant. „Die Festspiele MV sind an ihrem 25. Geburtstag so neugierig wie am ersten Tag. Sie begreifen sich als ein Festival der Entdeckungen. Sie wollen anstoßen, Erlebnisräume schaffen, neue Menschen für Musik begeistern, die Besucher zum Hinhören und Staunen bringen.“

Kern der Festspiele MV sei die Leidenschaft, die Künstler, Macher und Publikum verbindet, so Fein – und die auch vor der Landesregierung nicht Halt macht. So legte Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) gestern als Erster ein gewichtiges Geschenk auf den Gabentisch zum 25.: „Ich sage für die Landesregierung eine weitere Zustiftung zu.“ Sie solle würdigen, wie sehr die Festspiele das Land in den letzten 25 Jahren bereichert hätten - und sie solle die Jubiläumszahl widerspiegeln. „Wir geben nicht 25, nicht 25  000, wir geben noch einmal eine Null dazu: Eine Zustiftung bis 250  000 Euro, das ist unser Jubiläumsgeschenk“, so der Ministerpräsident. Heißt: Bis zum Betrag von 250 000 Euro wird jeder gestiftete Euro verdoppelt. Es ist bereits das zweiten Mal, dass das Land sich derart für „seine“ Festspiele engagiert. In den letzten Jahren hatte es schon einmal eine Million Euro Spendengelder durch eine Zustiftung verdoppelt.

Sich selbst beschenkten die Festspiele mit einer Auftragskomposition. Jörg Duda schuf eine Festival-Ouvertüre für Blechbläser, die junge Bläser vom Posaunenwerk Mecklenburg-Vorpommern zusammen mit „alten Hasen“ vom NDR vortrugen.

Der Norddeutschen Rundfunk spendierte das Eröffnungskonzert mit seiner Radiophilharmonie unter ihrem Chefdirigenten Andrew Manze. Tschaikowskis Violinkonzert D-Dur und die Symphonie fantastique von Hector Berlioz wurden gleichermaßen begeistert vom Publikum aufgenommen. Besonderen Beifall gab es für die Solistin Patricia Kopatchinskaja, die einem kleinen Kobold gleich ihre Violine „bearbeitete“ und mit ihrer Zugabe „Das kleine Irgendwas“ von Heinz Hollinger wahre Begeisterungsstürme entfachte.

Gestern dann machte Petrus den Festspiel-Machern ein Geschenk: Er ließ für die Premiere des Fahrradkonzerts zwar nicht die Sonne scheinen, doch es regnete auch nicht - ideales Radfahrwetter also. An insgesamt 13 Orten in und um Schwerin – vom Eisenbahnmuseum über Schloss und Park Wiligrad bis hin zur ehemaligen Druckerei des „medienhauses:nord“ – sorgten mehr als 15 hochkarätige Künstler und Ensembles wie Faltenradio, Nils Landgren oder Scollo con Cello für beste Unterhaltung.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen