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Museen in MV : Zu Besuch bei der Königin

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Museumsjahr im Nordosten: 3,5 Millionen Besucher kamen dieses Jahr in Schlösser, Agrarmuseen und Kunstausstellungen

von
erstellt am 18.Dez.2014 | 12:00 Uhr

Die Museen in Mecklenburg-Vorpommern haben sich im zu Ende gehenden Jahr – abgesehen von wenigen Ausnahmen – als stabiler Besuchermagnet erwiesen. Mehr als 3,5 Millionen Besucher seien gezählt worden, sagte der Landesvorsitzende des Museumsverbandes, Steffen Stuth. „Das ist auch das Besucherpotenzial.“

Zur positiven Bilanz trug eine Neueröffnung bei: Nach jahrelanger Sanierung kann seit Juni das Rokoko-Schloss Mirow besichtigt werden, in dem die spätere englische Königin Sophie Charlotte (1744–1818) aufwuchs. „Wir hatten 20 000 Besucher in dem ersten halben Jahr angepeilt, gekommen sind mehr als 23 000“, sagte Museumsleiterin Susanne Bocher. „Wir sind sehr zufrieden.“ Von Anfang April bis Ende Oktober kann das Schloss mit seinen kostbaren Raumausstattungen zu den Öffnungszeiten besichtigt werden, im Winter nur im Rahmen von vorher angemeldeten Führungen. Das Land hat acht Millionen Euro in die Restaurierung dieses Kleinods an der Seenplatte investiert.

Ein Minus musste das 2008 eröffneten Ozeaneum in Stralsund hinnehmen. Dort wurden bis Ende November 499 000 Besucher gezählt und damit so viele wie in keinem anderen Museum des Landes. Dennoch waren dies rund 23 500 Gäste weniger als im Vorjahreszeitraum.

Der Rückgang habe sich aber verringert, wie Ozeaneumssprecherin Diana Quade sagte. „Wir gehen davon aus, dass sich die Entwicklung der Besuchszahlen einzupegeln beginnt.“ Anfangs hatten sich lange Schlangen vor den Kassen gebildet.

Viele mittlere und kleinere Häuser meldeten stabile und zum Teil sogar steigende Zahlen, wie Stuth berichtete. So strömten erneut mehr als 50 000 Besucher in die Rostocker Kunsthalle.

Auch die Ernst Barlach Stiftung in Güstrow und das Pommersche Landesmuseum in Greifswald hielten ihre Besucherzahlen.

Das Müritzeum in Waren konnte 160 000 Gäste begrüßen und damit leicht mehr als im Jahr davor. Das Agrarmuseum Agroneum in Alt Schwerin an der Seenplatte zählte 47 700 Besucher – 5000 mehr als 2013.

Die Häuser des Staatlichen Museums Schwerin lockten bis Ende November rund 247 000 Besucher, wie eine Sprecherin sagte. Im ganzen Jahr 2013 waren es 238 000. Zum Staatlichen Museum gehören die Galerie Alte und Neue Meister in der Landeshauptstadt sowie die Herzogsschlösser in Schwerin, Ludwigslust und Güstrow. Zu den Höhepunkten zählten in der Galerie eine Schau zum Thema Raubkunst und eine große Ausstellung mit Kunstwerken aus dem Eigentum der mecklenburgischen Herzogsfamilie, die das Land angekauft hatte. Beide Ausstellungen sind noch bis ins Jahr 2015 hinein zu sehen.

Viele Museen im Land erinnerten in diesem Jahr an die Wende vor 25 Jahren in der jeweiligen Region. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es Stuth zufolge rund 230 Museen. „Darunter sind auch viele kleine Häuser mit 1000 oder 2000 Besuchern“, sagte er. Alle seien wichtige Bildungseinrichtungen. „Was wir haben, muss gepflegt werden“, mahnte er.

Ein dramatischer Fall sei in diesem Jahr die Schließung eines Teils der Mönchguter Museen auf Rügen gewesen. Aus Geldmangel mussten drei der vier Standorte geschlossen werden. Sie gaben anhand originaler Ausstellungsstücke einen authentischen Einblick in die Lebensweise der Fischer und Bauern auf Rügen in den vergangenen Jahrhunderten.

Gegen Ende des Jahres bekam Mecklenburg-Vorpommern dann noch ein neues Museum – allerdings eines ohne Gebäude. Das „Virtuelle Landesmuseum Mecklenburg“ präsentiert im Internet 300 Exponate. Dafür wurden Ausstellungsstücke in 28 mecklenburgischen Museen fotografiert und mit Texten versehen. Alle können vergrößert werden, etwa die Hälfte ist um 360 Grad drehbar.

 

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