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Staatliches Museum Schwerin : "Wertvoller als Gold"

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Das Staatliche Museum in Schwerin hat eine weltweit einzigartige Statue von jüdischen Erben erworben. Die um 1710 in Meißen entstandene Figur aus Böttger-Steinzeug zeigt wohl Kurfürst Friedrich August II. von Sachsen.

svz.de von
erstellt am 19.Jan.2012 | 09:40 Uhr

Schwerin | "So eine kleine Statue und so viel Aufsehen", sagte Dr. Martin Hoernes von der Kulturstiftung der Länder. "Aber sie ist auch wertvoller als Gold."

Die um 1710 in Meißen entstandene Figur aus Böttger-Steinzeug, einem Vorgänger des Porzellans, zeigt wohl Kurfürst Friedrich August II. von Sachsen als Jüngling in Feldherrenpose. "Ein weltweit einmaliges Stück", sagt Dr. Karin Möller, Abteilungsleiterin Kunsthandwerk im Staatlichen Museum.

Die Statuette stammt ursprünglich aus der Sammlung der jüdischen Hamburger Kaufmannstochter Emma Budge (1852 bis 1937). Das Schweriner Museum erwarb das Stück 1937 bei einer Versteigerung. 2001 wurde die Statue an die Jewish Claims Conference zurückgegeben, durfte aber vorerst in Schwerin bleiben. Gestern konnte das Museum den endgültigen Erwerb der Rarität melden.

Den Kaufpreis wollten weder Dr. Hoerne noch Museumschef Dr. Dirk Blübaum verraten. Es sei nicht gering gewesen, schließlich hätten die Oetker-Stiftung, die Siemens-Kunststiftung, die Kulturstiftung der Länder und die Reemtsma-Stiftung geholfen. "Allein hätten wir es nicht geschafft", so Dr. Blübaum. Es sei die Pflicht eines Museums, seine Sammlung auf Nazi-Raubkunst zu überprüfen und im Dialog mit den rechtmäßigen Eigentümern zu treten - auch, um Bestände zu halten.

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