Roland Kaiser kommt nach MV : „Was ich mache, ist das, was ich will“

Seit 41 Jahren erfolgreich  im Musikgeschäft: Roland Kaiser
Seit 41 Jahren erfolgreich im Musikgeschäft: Roland Kaiser

Roland Kaiser kommt im April nach Schwerin und Rostock – im Interview spricht er über Gesundheit, Erfolgsrezepte und eine Schlagerquote

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18. März 2015, 12:00 Uhr

„Seelenbahnen“ heißt das aktuelle Album von Roland Kaiser, für das er mit hochkarätigen Künstlern wie Rammstein-Sänger Till Lindemann, Maite Kelly und Götz von Sydow zusammenarbeitete. „Seelenbahnen“ heißt auch die Tour, mit der Roland Kaiser im April und Mai in 21 deutschen Städten auf der Bühne stehen wird. Karin Koslik sprach mit ihm.

Herr Kaiser, Sie starten Ihre „Seelenbahnen“-Tour am 16. April in Riesa, kommen dann sofort nach Schwerin und Neubrandenburg. Haben Sie hier im Osten ein besonders treues Publikum?

Kaiser: Das Routing macht der Konzertveranstalter, der sich danach richtet, wie die Hallen verfügbar sind. Aber wenn Sie von Treue reden und dem Publikum gerade auch in Mecklenburg-Vorpommern, dann muss ich sagen, dass ich wahnsinnig gerne in Ihrer Ecke bin. In Schwerin, Rostock und Neubrandenburg leben viele, viele Fans von mir, und zusammen haben wir schon schöne Konzertabende gehabt.

Es gab in Ihrem Leben mit der Lungentransplantation eine gesundheitliche Zäsur, die bei den meisten Menschen dazu geführt hätte, kürzerzutreten. Warum tun Sie das nicht? Warum gehen Sie weiter jedes Jahr auf Tour?

Warum? Es macht Spaß. Ich bin genauso gesund wie Sie und viele andere, und deshalb ist es kein „Sich-etwas-antun“, sondern ein „Sich-etwas-gönnen“. Auf Tour zu gehen hat für mich mit Genuss zu tun und nicht mit Arbeit.

Was sagt Ihre Familie dazu?

Die finden das gut so.

Begleitet sie sie?

Nein. Wir haben ja Kinder, die noch in die Schule gehen.

Was erwartet das Publikum auf Ihrer „Seelenbahnen“-Tour?

Das Tour-Programm dieses Jahr wird eine Mischung aus meinem neuen Album und meinen großen Hits sowie Songs von Kollegen, die ich gerne singe. „Seelenbahnen“ ist ja ein sehr erfolgreiches Album geworden. Ich war am Samstag gerade noch mal mit Maite Kelly zusammen bei Florian Silbereisen in Magdeburg, um einen Titel daraus zu singen. Unser Duett „Warum hast Du nicht nein gesagt“ mögen die Leute einfach wahnsinnig gern.

Schon seit 41 Jahren begeistern Sie Menschen mit Ihrer Musik. Was ist das Geheimnis dieses Erfolges?

Ich glaube, dass der Spaß am Tun auch das Publikum ansteckt – und dass es anerkennt, wenn man mit der Zeit geht, ohne sich jedem Trend anzupassen. Das, was ich mache, ist das, was ich will. Ich denke, deshalb wirke ich authentisch, und das kommt beim Publikum an. Wenn man die richtigen Songs hat mit den richtigen Texten und die richtigen Partner um sich herum – das ist wohl das Rezept für Erfolg.

Wie hat sich das Musikbusiness in den vier Jahrzehnten, in denen Sie ein Teil davon sind, verändert?

Es hat sich verändert – und auch wieder nicht. Es bleibt dabei, wir verkaufen keine Kartoffeln und keine Technik, wir versuchen, Emotionen zu erreichen. Verändert haben sich die Vermarktung und die Transportmittel: von der Schallplatte mehr zur CD, vom physischen Tonträger mehr zum Download. Geblieben ist aber, dass letztendlich der Hörer und die Hörerin darüber entscheiden, was funktioniert – egal, wie unsere Musik zu ihnen gelangt.

Hier im Land wird gerade verstärkt über eine Quote für deutsche Schlager im öffentlich-rechtlichen Rundfunk diskutiert. Was halten Sie davon?

Ich glaube nicht, dass wir so eine Quote brauchen. Ich glaube, dass der Hörer, der Kunde entscheidet, ob der Anbieter sich und sein Programm ändern muss. Wenn die Einschaltquote stimmt, muss der Sender nichts tun. Die Programmverantwortlichen heutzutage sind in der Regel im Alter ab 40, 50 – und spielen die Musik, die sie selbst gerne gehört haben, als sie jung waren. Damit haben sie natürlich eine große Hörerschaft, denn es gibt eine Menge 40- und 50-Jährige, die sich auch gerne an Abba und andere aus dieser Zeit erinnern. So machen sie natürlich ein erfolgreiches Programm. Wir sollten uns in Deutschland überlegen, ob wir regulativ per Gesetz in die Freiheit von Redakteuren und Rundfunkredakteuren eingreifen. Das wäre ein gefährliches Spiel. Ich würde das sein lassen und stattdessen den Markt entscheiden lassen, was gehört wird und was nicht. Wenn es die Hörer langweilig finden, zum hundertsten Mal „Dancing Queen“ zu hören, dann können sie ja abschalten. Und wenn das viele tun, wird der Sender sich überlegen, was er machen muss. Uns eine Quotenregelung wie in Frankreich zuzumuten, fände ich unmöglich.

Sie selbst begeistern – anders als viele Rundfunkprogramme – 20-Jährige genauso wie 70-Jährige. Wie schafft man das?

Das kann ich auch nicht erklären. Ich würde sagen, es ist ein glücklicher Umstand. Ein Rezept habe ich nicht.

Ist es auch ein glücklicher Umstand, dass in Ihre Konzerte fast ausschließlich Frauen gehen?

Das ist nicht mehr so. Wir haben bei den großen Open-Airs ein Verhältnis von 60 zu 40 und nicht mehr wie bei früheren Konzerten 80 Prozent Frauen. Beim männlichen Publikum sind früher viele wohl nur mitgegangen. Aber dann haben sie sich vielleicht gesagt, so schlimm war es ja gar nicht, nächstes Mal komme ich freiwillig mit. Und das ist gut so.

Karten für die Konzerte am 17. April um 20 Uhr in der Schweriner Sport- und Kongresshalle und am 30. April um 20 Uhr in der Stadthalle Rostock gibt es zu Preisen zwischen 46 und 54 Euro in allen Vorverkaufsstellen unserer Tageszeitung.

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