Theaterstreit: CDU schmettert Rostock-Pläne ab

Vincent Kokert, CDU
Vincent Kokert, CDU

Fraktionschef Kokert fordert Gleichbehandlung aller Theater-Standorte in Ost- und Westteilen des Landes

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09. März 2015, 18:11 Uhr

Krach in der Koalition: Die von Kultusminister Mathias Brodkorb (SPD) gebilligten Reformpläne der Rostocker Bürgerschaft für das Volkstheater sorgen beim Koalitionspartner CDU für Streit. Rostock dürfe „keinen Sonderstatus“ erhalten, lehnte der CDU-Fraktionschef im Schweriner Landtag, Vincent Kokert, gestern die bei Brodkorb offenbar auf Zustimmung stoßenden Pläne ab. Schwerin habe in der Vergangenheit „geblutet“, während sich Rostock Gesprächen über eine Theaterreform verweigert habe. Der jetzige Vorschlag käme zudem einer „Ungleichbehandlung“ der Theater im Ostteil des Landes gleich: „Solche Angebote hat es für keinen der anderen Standorte gegeben.“ Sollte „Rostock so begünstigt werden, werden wir auf eine Gleichbehandlung drängen“, sagte Kokert.

Die Bürgerschaftspläne sehen vor, dass das Land mit 27 Millionen Euro etwa die Hälfte der Baukosten für den Neubau des Volkstheaters übernehme. Zudem soll Rostock ab 2020 zusätzliche Landeszuschüsse von 1,5 Millionen Euro jährlich erhalten. Kokert: „Wir sind nur dabei, wenn es eine Gleichbehandlung aller Standorte in Ost und West gibt.“ Die CDU-Kritik bringt die Theaterreform erneut unter Druck: Rostock hatte Ende Februar beschlossen, ein Vierspartenhaus mit einer so genannten 2+2-Struktur zu erhalten – eigenständiges Schauspiel und Konzertwesen sowie mit anderen Bühnen kooperierendes Musik- und Tanztheater.

Kritik auch von der Opposition: Das Land lasse in der Debatte um die Theaterreform keine Spielräume, beklagte Linken-Fraktionschef Helmut Holter: „Die Politik des Durchpeitschens und Erpressens ist nicht mehr hinnehmbar.“ Die Linke wolle daher auf der Landtagssitzung in dieser Woche eine Generaldebatte zur Theaterreform fordern.  

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