zur Navigation springen

Kultur : Theaterreform im Westen des Landes abgeschlossen?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Kultusminister Brodkorb: Grundsatzentscheidungen sind durch / 2014 soll es im Osten weitergehen

svz.de von
erstellt am 03.Jan.2014 | 22:00 Uhr

Für Kulturminister Mathias Brodkorb (SPD) sind die Entscheidungen zur Theaterreform im Westen Mecklenburg-Vorpommerns abgeschlossen. „Das Theater in Schwerin ist Zentrum der Theater- und Orchesterlandschaft im westlichen Landesteil geworden“, sagte Brodkorb der Nachrichtenagentur dpa. „Es ist in die Funktion eines Staatstheaters gerückt, in dem es nach wie vor vier Sparten geben soll.“ Diese Entwicklung sei der Tatsache geschuldet, dass das Volkstheater Rostock auf seiner Eigenständigkeit beharre und sich gegen eine Fusion mit dem Schweriner Theater sperre. Schwerin geht nun mit dem ungleich kleineren Landestheater Parchim zusammen. 2016 will das Land als Gesellschafter mit einsteigen.

In Schwerin müssen Brodkorb zufolge noch drei Punkte erledigt werden: „Die tariflichen Regelungen für Chor und Orchester müssen wie vereinbart mit Wirkung vom 1. Januar 2014 in Kraft treten, andernfalls wäre die Insolvenzgefahr nicht abgewendet. Dann könnte auch das Land seine Zusagen nicht aufrechterhalten“, sagte der Minister. Das Fusionskonzept mit dem Parchimer Theater müsse noch zwischen allen Beteiligten abgestimmt werden, und am Schweriner Theater müssten noch Detailfragen zum Abbau von 30 Stellen geklärt werden.

2014 geht es im zweiten Reformschritt um die Umstrukturierung im Osten des Landes mit den Standorten Stralsund/Greifswald sowie Anklam und Neubrandenburg/Neustrelitz. Die Münchner Unternehmensberatung Metrum, die im Auftrag des Landes mehrere Theatermodelle für Mecklenburg-Vorpommern erarbeitete, habe die Arbeit bereits aufgenommen. „Wir rechnen im Sommer 2014 mit den Gutachten“, sagte der Minister. Im Osten werde es einerseits leichter, weil die Theater betriebswirtschaftlich grundsätzlich stabiler seien, und andererseits schwieriger, weil die Wege weiter seien. Bisher stehe nur fest, dass jeder Standort auch eine produzierende Sparte behalten will. „Keiner will nur Bespieltheater werden“, erklärte Brodkorb.

Von der neuen Theaterstruktur erwartet das Land eine größere Effektivität. Die Bühnen sollen bis 2020 mit den 35,8 Millionen Euro Landeszuschüssen pro Jahr auskommen, die seit 1994 unverändert sind. Allerdings beteilige sich das Land an Mehraufwendungen für die Umstrukturierung mit zusätzlichen Mitteln. Ab 2020 würden die Landeszuschüsse steigen. Es habe noch nie ein großzügigeres Angebot an die Theater und Orchester gegeben, äußerte Brodkorb. „Sie brauchen Sicherheit und Freiheit für die Künstler.“

An das Volkstheater Rostock gewandt, sagte der Minister: „Ich bleibe weiter gesprächsbereit.“ Die Fusion mit dem Schweriner Theater hätte nach seinen Worten deutliche Vorteile gehabt.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen