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Aufruf zum Widerstand : Theatermillionen zu Unrecht geflossen?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Land fördert Schweriner Theater, obwohl Vereinbarung zur Fusion nicht erfüllt wird

svz.de von
erstellt am 27.Aug.2014 | 07:46 Uhr

Das Mecklenburgische Staatstheater Schwerin hat gerade aus Landesmitteln 1,6 Millionen Euro Umstrukturierungshilfe bekommen, obwohl die Landeshauptstadt als Träger eine Vereinbarung mit dem Land nicht eingehalten hat. In der zwischen Stadt und Kulturminister Mathias Brodkorb (SPD) geschlossenen – internen – Zielvereinbarung für das Staatstheater heißt es: „Verhandlungsergebnisse über eine mögliche Fusion mit dem Mecklenburgischen Landestheater Parchim sollen bis zum 31. 07. 2014 vorliegen.“ Doch noch gibt es keine Ergebnisse. „Es gibt über die Sommermonate keinen neuen Verhandlungsstand. Die Gespräche werden im September wieder aufgenommen“, erklärte Stadtsprecherin Michaela Christen auf Nachfrage.

„Nach dem Text der Zielvereinbarung ist das eine Vertragsverletzung“, meint der kulturpolitische Sprecher der Linken Landtagsfraktion, Torsten Koplin. Aus kulturpolitischer Sicht sei natürlich begrüßenswert, den Theaterbetrieb durch zusätzliche Zahlungen aufrechtzuerhalten. Doch gebe es eine Ungleichbehandlung. Bereits in den vergangenen Jahren habe das Land das Schweriner Theater mit zusätzlichen Zahlungen vor der Insolvenz bewahrt. „Das zeigt, dass das festgeschriebene Budget für die Theater nicht ausreicht“, so Koplin. Die Zielvereinbarungen würden vom Kulturministerium nach dem Prinzip von Zuckerbrot und Peitsche benutzt. Das aber entwerte solche Vereinbarungen und beschädige die Demokratie, warnt Koplin. „Was in Schwerin angemessen und begründet erscheint, muss als Maßstab auch gelten, wenn man sich die anderen Theater anschaut“, fordert er.

Im Kulturministerium sieht man durchaus erste Verhandlungsergebnisse auf dem Weg zur Fusion der Theater Schwerin und Parchim. Es sei eine Findungskommission für einen gemeinsamen Intendanten eingesetzt worden – mehr sei aus Schweriner Sicht nicht möglich, so Sprecher Henning Lipski. Ansonsten gelte: „Es darf nicht einem Theater zum Nachteil gereichen, wenn das andere noch nicht so weit ist.“

Noch nicht so weit? Landrat Rolf Christiansen (SPD) betont als Verhandlungsführer für die Parchimer Seite: „Wir liegen im Zeitplan.“ Seit dem letztem Jahr werde kontinuierlich verhandelt. Dass Schwerin in der Zielvereinbarung so einen ambitionierten Zeitplan vereinbart habe, sei eine andere Sache. Für den Landkreis stehe fest, dass Parchim als Produktions- und Spielstandort erhalten bleiben müsse. Und: „Wir gehen nur in eine gemeinsame Theater-GmbH, wenn es das Land mit einem namhaften Anteil ebenfalls tut“, so Christiansen. Dem Vernehmen nach plant das Land, mit einer Mehrheit von 51 Prozent einzusteigen.

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