zur Navigation springen

2011 drei große Ausstellungen in Barlach-Forum Güstrow : Stiftung setzt auf Wurzeln

vom

Vergangenes Jahr erlebte die Barlachstiftung Güstrow ihren bisherigen Höhepunkt: Dem Künstler Ernst Barlach wurde von der Stadt Güstrow postum die Ehrenbürgerwürde verliehen. Ein Höhepunkt nicht für die Stiftung.

svz.de von
erstellt am 17.Jan.2011 | 07:44 Uhr

Güstrow | Vergangenes Jahr erlebte die Barlachstiftung Güstrow ihren bisherigen Höhepunkt: Dem Künstler Ernst Barlach (1870 bis 1938) wurde von der Stadt Güstrow postum die Ehrenbürgerwürde verliehen. Ein Höhepunkt nicht für die Stiftung, sondern gleichzeitig auch das wichtigste Ereignis im Barlachjahr 2010. Erstmals hatten zum Jubiläum "100 Jahre Barlach in Güstrow" Stiftung, Stadt und Tourismusverein den gemeinsamen Marketingschwerpunkt 2010 auf Barlach gelegt. Etliche Sonderausstellungen und Vorträge durchzogen das Jahr. Dr. Volker Probst, Geschäftsführer der Barlachstiftung, zieht deshalb auch ein positives Fazit in Bezug auf die einzelnen Veranstaltungen. Allein zur wichtigsten Ausstellung über Barlach und die Frauen seien rund 10 000 Besucher gekommen. "Dennoch hätte ich mir erhofft, dass das Barlachjahr auf noch größere Resonanz gestoßen wäre", sagt Probst. Denn vergangenes Jahr kamen mit knapp 40 000 Besuchern 5000 weniger als 2009. "Da hat uns eindeutig das Wetter - langer, harter Winter und kurzer, heißer Sommer - einen Strich durch die Rechnung gemacht", so der Geschäftsführer der Barlachstiftung.

2011 besinnt sich die Stiftung auf ihre Wurzeln: "Es gibt dieses Jahr keine Sonderausstellungen mit Exponaten von außerhalb. Wir schöpfen aus unserem Fundus und zeigen Barlach unter verschiedenen Aspekten und Facetten", so Probst. Schließlich verfügt die Barlachstiftung in Güstrow über den größten zusammenhängenden Werkbestand an bildhauerischen, grafischen und schriftlichen Arbeiten, Skizzen und Entwürfen Ernst Barlachs weltweit.

Drei größere Ausstellungen sind 2011 am Heidberg geplant. Los geht es Mitte Januar mit Zeichnungen, Holzschnitten und Lithografien. Die Übersichtsschau wurde zusammengestellt von Kuratorin Inge Tessenow. Gezeigt werden auch original Handschriften zu Dramen und Prosawerken sowie kostbare Mappenwerke. "Wir stellen nur Originale aus. Das ist ein Grundsatz bei uns und die Besucher erwarten das auch", sagt Probst.

Kuratorin Helga Thieme zeichnet verantwortlich für die Ausstellung "Mythos und Zukunftstraum. Texte und Bilder von Ernst Barlach", die im Juli folgt. Barlachs Auseinandersetzung mit Mythen sei bisher nicht näher beleuchtet worden, so Helga Thieme. Zum Abschluss des Jahres beginnt im November die Kabinettausstellung "Ernst Barlach - Marga Böhmer. Zeichnung, Druckgrafik, Briefe, Dokumente". Kuratorin Inge Tessenow hat hier auch bisher nicht publizierte Dokumente zusammengestellt. Marga Böhmer war die Lebensgefährtin von Barlach.

Externe Ausstellungsprojekte der Barlachstiftung Güstrow finden dieses Jahr in Lübeck, Bremervörde und vor allem in Stettin statt. Hier wird ab 25. Oktober im Nationalmuseum die Schau "Memento mori. Grabmalkunst im Werk Ernst Barlachs" gezeigt, für die Volker Probst als Kurator verantwortlich ist. In diesem Zusammenhang spielt die Plastik "Mutter Erde" von Barlach eine große Rolle, die einst auf einem Grabmal auf dem Stettiner Friedhof stand. Auf polnischen Wunsch wird eine Kopie der "Mutter Erde" im Oktober wieder auf dem Friedhof aufgestellt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen