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Dokumentarfilm von den Paralympics : So sehen wahre Sieger aus

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In der Filmkunstreihe des Kinos Capitol läuft heute um 17.30 Uhr der Dokumentarfilm von den Paralympics mit dem Titel "Gold - Du kannst mehr als Du denkst". Der Film zeigt starke Bilder von drei starken Persönlichkeiten.

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erstellt am 28.Apr.2013 | 07:14 Uhr

Schwerin | In der Filmkunstreihe des Kinos Capitol läuft heute um 17.30 Uhr der Dokumentarfilm von den Paralympics mit dem Titel "Gold - Du kannst mehr als Du denkst".

Die Paralympics sind die Olympischen Spiele für Menschen mit einer körperlichen Behinderung. Hinter den sportlichen Leistung verbergen sich jedoch gerade wegen der jeweiligen Behinderungen beeindruckende Lebensgeschichten. Im Mittelpunkt des Films stehen die Geschichten und die Lebensläufe dreier besonderer Sportler: Henry Wanyoike, ein blinder Marathonläufer aus Kenia, Kirsten Bruhn, eine querschnittgelähmte Schwimmerin aus dem schleswig-holsteinischen Neumünster, und Kurt Fearnley, ein australischer Rennrollstuhlfahrer.

Die Macher verstehen ihr Handwerk: Langsam schwebt der Helikopter über den Strand hinaus aufs offene Meer, tief unter ihm nichts als Wasser und Wellen. Es dauert einen Moment, dann erkennt man in den aufgewühlten Fluten einen winzigen Punkt, der jetzt schnell größer wird. Eine Frau kämpft sich kraulend durch die Wellen. Wer die Geschichte von Kirsten Bruhn kennt, dürfte bereits in dieser Anfangsszene die erste Gänsehaut bekommen und sich als "Nichtgehandicapter" insgeheim fragen: Woher nimmt diese Frau diese Power?

Genau das wird im Film "Gold - Du kannst mehr als Du denkst" erklärt, mit jeder Menge starker Bilder, die ohne Kommentator auskommen. Und mit - auch für einen Dokumentarfilm - außergewöhnlich tiefen Einblicken in die Seele und das Privatleben einer Top-Athletin.

Die Bilder, die den blinden Marathonläufer Henry Wanyoike dabei zeigen, wie er bei einem Wettkampf in seiner Heimat seinen völlig erschöpften "Guide" am Führungsseil über die Ziellinie schleift, haben Sportgeschichte geschrieben. Verknüpft mit dem fein herausgearbeiteten Porträt eines Menschen, der der Welt unbedingt beweisen will, was trotz seiner Behinderung in ihm steckt, bekommen die Bilder eine neue Dimension.

Kaum weniger bewegend ist, wie sich der Rollstuhlfahrer Kurt Fearnley, fast besessen von dem Gedanken, sich von seiner Behinderung im Leben nicht behindern zu lassen, in der heimischen Garage auf der Trainingsmaschine bis zur Erschöpfung quält. Man leidet mit, als der dreifache Goldmedaillengewinner bei den Paralympics in London "nur" als Dritter durchs Ziel kommt.

Mit viel Gespür und Einfühlungsvermögen werden die Lebensgeschichten der drei Protagonisten erzählt. Wohl selten zuvor hat Kirsten Bruhn so offen über den Motorradunfall gesprochen, der ihrem Leben vor 22 Jahren eine dramatische Wende gab. Vom Krankenbett aus habe sie nach der Diagnose beim Blick aus dem Fenster nur die Wolken sehen können, sagt Kirsten Bruhn im Film in die Kamera blickend. Und ergänzt dann um Fassung ringend: "Da wollte ich hin!"

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