"Schwester Stefanie" wird Königin

Kathrin Waligura ist ab Sonnabend in Parchim zu erleben.agentur
Kathrin Waligura ist ab Sonnabend in Parchim zu erleben.agentur

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03. November 2010, 10:19 Uhr

Wenn am 7. November "Dornröschen" als diesjähriges Weihnachtsmärchen im Mecklenburgischen Landestheater Parchim Premiere hat, wird als Gast Kathrin Waligura mit auf der Bühne stehen. Karin Koslik hatte am Rande der Proben die Gelegenheit, ihr einige Fragen zu stellen.

Frau Waligura, wie hat es eine vor allem aus dem Fernsehen bekannte Schauspielerin wie Sie an das Mecklenburgische Landestheater Parchim verschlagen?

Waligura: Ich kenne Parchim noch aus Ost-Zeiten. Kenne und liebe die Landschaft. Dadurch, dass mein Sohn Conrad hier engagiert ist, bin ich des Öfteren hierher zurückgekehrt, um mir Vorstellungen an diesem Theater anzusehen. Wie es der Zufall oder Nichtzufall wollte, ist der Intendant Thomas Ott-Albrecht ein ehemaliger Kommilitone von mir. So kamen wir ins Gespräch über die guten alten Zeiten an der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch", über Gott und die Welt. Als ich meinen Sohn in der Inszenierung "Das Glück der Tomate" sah, sagte ich zu Thomas: "Mann, das würde ich auch gern spielen. Ich will mal wieder auf der Bühne stehen." Da machte er mir ein Angebot für das Weihnachtsmärchen, das ich nicht ausschlagen konnte.

Werden Sie in "Dornröschen" mit Ihrem Sohn zusammen auf der Bühne stehen?

Leider nicht. Conrad ist in der "Konkurrenz"-Produktion als Ritter Kamenbert besetzt.

Haben Sie überhaupt schon einmal mit ihm zusammen in einer Produktion gespielt?

Ja. Ich habe als Co-Autorin für arte "Familiengeschichten" geschrieben. Conrad spielte einen kiffenden Jugendlichen und ich seine keifende Mutter. Das war im Jahr 2002.

Wie war das für Sie als Mutter, als Ihr Sohn beschloss, beruflich in Ihre Fußstapfen zu treten?

Ich fand das nicht so toll. Ich finde, das ist ein ganz schön harter Beruf. Das wollte ich ihm ersparen. Ich halte mich aber aus den Berufswünschen meiner Kinder raus. Aber durch das arte-Projekt wurde mir klar, dass Conrad sehr talentiert ist und dass das doch der richtige Beruf für ihn ist.

Auch nach 15 Jahren sind Sie für viele Zuschauer noch immer Schwester Stefanie (aus "Für alle Fälle Stefanie"). Ist es belastend, so sehr auf eine Rolle reduziert zu werden?

Für mich ist es ein Phänomen, dass die Leute das nicht vergessen haben. Sie lieben mich für diese Rolle und das ist nichts Belastendes oder Unangenehmes. Einige sprechen mich auch noch immer auf meine Rolle in "Die Frau und der Fremde" an - und das war 1983!

In Parchim wird man Sie in "Dornröschen" als Königin erleben. Was reizt Sie an dieser Rolle?

Da bin ich erstmal stinksauer, ich wollte ja eigentlich die 13. Fee spielen. Endlich mal böse sein! Die Königin gegen den Strich zu bürsten und aus ihr eine böse Königin zu machen, hat auch nicht funktioniert. So ergebe ich mich meinem Schicksal und meiner Figur und spiele eine herzensgute Königin. Und es macht einen Riesenspaß!

Welche Rolle haben Märchen in Ihrem Leben gespielt? Welche Rolle spielen sie noch heute?

Ich habe bis über die Pubertät hinaus nur Märchen gelesen. Die habe ich nie aus meinem Leben geschmissen. Das kann man meinem Bücherregal ansehen: eine Märchenbücher-Wand - erdenschwer! Für mich sind Märchen die Tür, um Erfahrungen aus dem Alltag zu

verarbeiten und zu integrieren. Die Arche-Typen aus den Märchen sind für mich Charaktere, die uns im Alltag begegnen, ohne dass wir diese im Alltag so klar wahrnehmen können. Märchen sind für mich da die Brücke.

Was sind Ihre nächsten Projekte?

Ich bereite mich gerade auf eine neue Reihe im Fernsehen vor. Aber bis dahin freue ich mich, hier in Parchim tausende Kinder und ihre Eltern und Großeltern

hoffentlich gut zu unterhalten.

"Dornröschen": Premiere am 7. November um

16 Uhr, weitere Vorstellungen: 23., 24. und 25. November, 10 Uhr, Karten: 03871 62 91 140

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