zur Navigation springen

British Museum London : Schwebender in London gelandet

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

British Museum zeigt Skulptur von Ernst Barlach aus dem Güstrower Dom vom 16. Oktober bis 25. Januar 2015

von
erstellt am 08.Okt.2014 | 06:00 Uhr

Jetzt schwebt er in London: Die Skulptur „Der Schwebende“ von Ernst Barlach ist gut im British Museum angekommen. Vergangene Woche war das bedeutende Kunstwerk im Güstrower Dom abgenommen und verpackt worden (SVZ berichtete). Auf der Reise nach England mit dabei war Dr. Volker Probst, Geschäftsführer der Ernst-Barlach-Stiftung Güstrow. Er überwachte auch das Aufhängen des Schwebenden in der neuen Ausstellung „Germany. Memories of a Nation“ im British Museum. „Als die Skulptur schließlich frei schwebte haben alle applaudiert. Es war eine ganz tolle Stimmung“, erzählt Probst, der seit dieser Woche wieder in Güstrow ist.

Anwesend bei der Installation des Schwebenden in der großen Deutschland-Schau war auch der Direktor des British Museums, Neil MacGregor. „Es war sein Herzenswunsch, dass der Schwebende aus Güstrow in dieser Ausstellung zu sehen ist“, sagt Probst. Anfang des Jahres hatte MacGregor mit Probst und der Domgemeinde in Güstrow darüber verhandelt. Aufgeteilt in fünf Abschnitte bildet der Schwebende den Abschluss der Ausstellung. „Damit kulminiert die deutsche Geschichte quasi mit dem Schwebenden. Dieser Engel schaut in die Zukunft als Friedensmahnmal Deutschlands. Das ist mir in London noch einmal besonders deutlich geworden“, sagt Probst.

Auch MacGregor ist begeistert: „Der Schwebende steht für Versöhnung. Und auch 100 Jahre nach Beginn des Ersten Weltkrieges ist Versöhnung zwischen England und Deutschland immer noch wichtig“, schreibt er in einem Leitartikel in der englischen Zeitung „The Guardian“. In einem großen Abschnitt geht er dabei besonders auf den Schwebenden ein. „Ich hoffe, die Besucher unserer Ausstellung werden die Großzügigkeit und Ernsthaftigkeit der Güstrower Bürger zu schätzen wissen, dass sie es uns erlaubt haben, den Schwebenden nach London zu holen. Damit haben die Güstrower dieser bemerkenswerten Skulptur eine ganz neue Dimension hinzugefügt“, schreibt MacGregor. Die Ausstellung „Germany. Memories of a Nation“ ist vom 16. Oktober bis 25. Januar 2015 in London zu sehen. Danach wird der Schwebende in Güstrow zurückerwartet.

Anhand prägnanter Ausstellungsstücke beleuchtet die Schau deutsche Geschichte vom 14. bis zum 20. Jahrhundert. „Der Versuch, 600 Jahre deutsche Geschichte mit rund 150 Objekten darzustellen ist schon eine große Herausforderung“, sagt Probst, der die im Aufbau befindliche Ausstellung in London begutachtet hat. Der Schwebende ist dabei ein herausragendes Exponat, das für Deutschland steht. „Es war eindeutig die richtige Entscheidung der Domgemeinde Güstrow, den Schwebenden nach London auszuleihen“, ist Probst überzeugt.


 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen