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Wiedereröffnung : Schloss Bothmer in neuem Glanz

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Mehr als 10 000 Besucher kamen am Wochenende zur Wiedereröffnung / Restaurierungsarbeiten nach sieben Jahren fast abgeschlossen

Es gab Konzerte, Tanzvorführungen, Kleinkünstler in historischer Gewandung und historische Kinderspiele. Im Schlosspark konnten Whiskey und Tee verkostet werden. Die für die Restaurierung Verantwortlichen gaben Einblicke in die zurückliegenden Arbeiten: Mit einem Fest wurde am Wochenende in Klütz die termingerechte Fertigstellung des ersten Bauabschnittes von Schloss Bothmer gefeiert. Noch ist nicht alles fertig, die Rasensaat um den Schlossgraben noch nicht aufgelaufen. Doch nach fast siebenjähriger Restaurierung öffnete sich das Portal des beeindruckenden Barockbaus zum ersten Mal für Publikum.

Fertiggestellt sind Wohntrakt und Ostflügel. Sie beherbergen Museum, Restaurant und Räume für gesellschaftliche Anlässe. „Künftig kann auf dem Schloss geheiratet, gefeiert und getagt werden. Wir haben schon viele Anmeldungen“, freute sich Nadine Schmidt, die neue Verwalterin des Schlosses. „Der Westflügel wird im nächsten Jahr fristgerecht der Öffentlichkeit übergeben werden“, so Projektleiter Steffen Siefert. Insgesamt 36, 5 Millionen Euro wird die Restaurierung dann gekostet haben. Gemeinsam getragen von der EU und dem Land Mecklenburg-Vorpommern. Damit blieben die Kosten im veranschlagten Rahmen.

Wo bis vor wenigen Tagen Bagger standen, warteten am Wochenende Besucher aus ganz Norddeutschland bei strahlendem Sonnenschein bis zu einer Dreiviertelstunde, um sich die Ausstellung im ehemaligen Wohntrakt anzusehen. Sie würdigt das Leben von Hans Casper von Bothmer, dem Erbauer des Schlosses. Ein Leben, das jetzt 22 Räume füllt, die der Bauherr nie betreten hat. Er starb vor Fertigstellung seines Prestigeobjektes, sorgte aber testamentarisch dafür, dass es in der Familie blieb, was bis 1945 der Fall war.

„Graf Bothmer wäre sicher nie eingezogen“, vermutete Dr. Friederike Drinkuth, als Kuratorin verantwortlich für die Ausstellung. Bothmer war einer der erfolgreichsten Diplomaten seiner Zeit. Seiner geschickten Einflussnahme verdankte König Georg I, ein Deutscher, den englischen Thron. Bothmer bezog einen Londoner Neubau, heute bekannt als „10 Downing Street“, Wohnsitz der britischen Premierminister. Für 250  000 Reichstaler kaufte Bothmer 5000 Hektar bestes Ackerland im Klützer Winkel und ließ von 1726 bis 1732 den eleganten Landsitz bauen, einen prachtvollen Park und Alleen anlegen. Mit Einflüssen zeitgenössischer Architektur und Handwerkskunst aus ganz Europa setzte Bothmer seinem diplomatischen Reiseleben in Klütz ein Denkmal.

„Archiviert war fast nichts. Wir mussten erst einmal forschen, bevor die Bauarbeiten 2009 beginnen konnten. Das Haus war teilweise abgesackt. Der Boden musste mit Beton stabilisiert werden“, erinnerte sich Steffen Siefert, der als Kind seine Großeltern dort im Altersheim besuchte. Bis 1994 diente das Schloss als Alterswohnsitz, wegen des schlechten Zustandes wurde es später geschlossen. Private Investorenpläne scheiterten. Schließlich ging es zurück an das Land und blieb damit der Öffentlichkeit erhalten.

Mit einer Würdigung von Finanzministerin Heike Polzin, einer Lichterinszenierung und einem Konzert der Mecklenburgischen Staatskapelle Schwerin klang das Fest aus. 

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