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Prachtbauten : Sanssouci des Nordens öffnet wieder

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Millionen-Investitionen in Schlösser des Landes dank EU-Geld : in diesem Jahr fließen 25 Millionen Euro

Das Land investiert in seine historischen Prachtbauten in diesem Jahr erneut einen zweistelligen Millionenbetrag. In die landeseigenen Schlösser und Gärten in Klütz, Wiligrad, Mirow, Neustrelitz, Ludwigslust, Güstrow und Granitz sollen 19,5 Millionen Euro gesteckt werden, wie das Finanzministerium in Schwerin mitteilte. Für das Schweriner Schloss, das vom Landtag verwaltet wird, seien 4,6 Millionen Euro für Investitionen und 1,3 Millionen Euro für den Bauunterhalt vorgesehen.

Seit einigen Jahren kann das Land Geld von der EU für die Sanierung seiner Schlösser und Parks im ländlichen Raum nutzen. Aus dem EU-Landwirtschaftsfonds ELER standen dafür allein von 2007 bis 2013 rund 76 Millionen Euro zur Verfügung. Dadurch gehen die Arbeiten mit großem Tempo voran. Im vergangenen Jahr konnte das Land gut 26 Millionen Euro ausgeben.

In diesem Jahr können sich Kulturinteressierte auf einige wichtige Wiedereröffnungen freuen. So soll der Schlossgarten in Güstrow ab Frühjahr – nach mehr als zweijähriger Sanierung – wieder zugänglich sein, obwohl die letzten Restarbeiten noch bis Juni dauern, wie es hieß. Bis Jahresende werde auch die Sanierung des Schlossparks Ludwigslust abgeschlossen. In der größten Parkanlage des Landes ist dafür noch einiges zu tun. Auf dem Plan stehen unter anderem die Sanierung der Denkmäler zweier Herzöge, die Restaurierung und statische Sicherung der Grotte sowie Arbeiten an zwei Mausoleen im Park.

Auch Schloss Bothmer in Klütz (Nordwestmecklenburg) kommt voran. Das Land hatte das größte Barockschloss Mecklenburg-Vorpommerns 2008 vom überforderten Landkreis übernommen. Seither wird das viele Jahre als Altenheim genutzte Ensemble saniert. Im Sommer soll das Haupthaus, das Corps de Logis, als erster Teil des Schlosses fertig werden. Mit dessen Grundinstandsetzung war 2010 begonnen worden, wie Stefan Wenzl sagte, der im Finanzministerium für die Schlösser und Gärten zuständig ist. Im Sommer wollen die Festspiele ein erstes Konzert im Festsaal veranstalten, verriet er. Danach wird dort ein Museum eingerichtet, das 2015 eröffnet werden soll.

Der Höhepunkt im Schlösserjahr 2014 wird die Wiedereröffnung des Rokoko-Schlosses in Mirow, einer echten architektonischen Perle. Experten bescheinigen dem Schloss, einen Vergleich mit Sanssouci in Potsdam nicht scheuen zu müssen. Seit Jahren ist der Bau geschlossen und wird saniert. Bis auf das Kuriositätenkabinett, das später an die Reihe kommen soll, werden die Arbeiten in diesem Jahr beendet. Die feierliche Eröffnung ist für den 7. Juni angekündigt. „Mit dem Schloss erhält die Region nicht nur einen touristischen Magneten, sondern gewinnt auch ein Stück historische Identität“, sagte Wenzl. Ein Museum soll über die Dynastiegeschichte des Hauses Mecklenburg-Strelitz informieren, das zwei Königinnen hervorgebracht hat: die englische Queen Charlotte (1744-1818) und die preußische Königin Louise (1776-1810). Der barocke Park, an dem seit 2012 gearbeitet wird, ist schon weitgehend fertig.

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erstellt am 20.Jan.2014 | 00:32 Uhr

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