Raum für Kunst

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22. Dezember 2010, 11:42 Uhr

Rostock | Seit Jahren beschweren sich in Berlin die Künstler, keines der renommierten Museen zeige ihre Arbeiten. Selbst der Hamburger Bahnhof, der ursprünglich als Ort für die Gegenwartskunst angedacht war, ist mit "Klassikern" wie Andy Warhol, Anselm Kiefer oder Joseph Beuys zugepropft. Die umstrittene Flick-Collection, die seit 2004 im Haus gezeigt wird, befeuerte die Diskussion nur weiter. In keiner anderen europäischen Stadt haben sich mehr Künstler niedergelassen als in Berlin nach dem Fall der Mauer. Die Metropole ist ein gewaltiger Schmelztiegel. Der Puls der Zeit schlägt in der Hauptstadt.

In Rostock gibt es nicht annähernd so viele Kunstschaffende. Dafür eine wunderbare Kunsthalle (wenn auch stark sanierungsbedürftig), die seit Jahren ohne richtiges Konzept im Dornröschenschlaf vor sich hin dämmert. Eröffnet 1969 als einziger Museumsneubau in der DDR. Was liegt also näher, als die Gegenwartskunst aus Berlin in der Hansestadt zu zeigen?

Nach der Stippvisite von Leipzig im vergangenen Jahr ("Hab & Gut") nun also die Hauptstadt. Acht Künstler hat Stephan Koal ausgewählt. Alle vereint, dass sie ihre Malerei zum Raum geöffnet haben, wie es der Kurator nennt. Es ließe sich auch vom Ausstieg aus dem Bild sprechen.

Die Malerei greift über in die dritte Dimension. Entstanden ist so eine Abfolge von Künstlerräumen. Ein anregender Parcours. Eine interessante Ausstellung. Vielleicht die beste, die Rostock in den vergangenen Jahren gesehen hat. Schon der Zugang gleicht mit Antje Majewskis Arbeit "Entity" einer Theaterbühne. Das Bühnenbild liefert eine fast biblische Szene, in der ein paar fremdländisch anmutende Männer um eine goldene Kugel gruppiert sind: die "Entität". Ein "gänzlich neues Kunstwerk" wie es in dem in der Ausstellung ausliegenden Skript zu einem fiktiven Film heißt. Ein "Organismus, der nur von sich selbst lebt und sich langsam aufzehrt, bis er als eingetrocknete Hülle zurückbleibt". In einer Glasvitrine davor liegt einer verschrumpelten Zitrone gleich als seltsames Objekt - die Entität. Die Kunst persifliert sich hier ironisch als Selbstzweck.

Ähnlich theatralisch gibt sich der zweite Raum, der von Norbert Bisky bespielt wird. Er zeigt ein apokalyptisches Szenario der Zerstörung. Die explodierenden und sich übergebenden Köpfe auf den Bildern an der Wand finden eine Fortsetzung in den chaotischen Installationen im Raum. Als hätte eine Bombe eingeschlagen, liegt da eine Transportkiste neben einem Pult, wie es früher in der Schule gebräuchlich war, und ein paar Sandsäcke. Sogar die Wände der Kunsthalle weisen Sprünge auf. Die Welt der schönen blonden Jünglinge, die ihn einst zum Lieblingsmaler von Guido Westerwelle gemacht haben, hat Bisky hinter sich gelassen. Seine dunklen Visionen pflanzen sich nun fort im Raum. Wie auch Biskys Arbeit war die Rauminstallation von Peggy Buth, die mit heimeligen Versatzstücken des bürgerlichen Wohnens spielt, bereits an einem anderen Ort zu sehen und wurde für Rostock neu arrangiert.

Amelie von Wulffen setzt sich in ihren "Montagen der Erinnerung" mit ihrer Familie auseinander und zeigt mit Hilfe von Fundstücken, wie sehr sich die Symbole der Initialisierung im Werk eines Künstlers fortpflanzen. Es gibt kein Entkommen vor der elterlichen Prägung. Thomas Rentmeister baut einen mannshohen Kubus aus den Packungen von Papiertaschentüchern.

Und Gregor Hildebrandt zerstört Cassetten- und Videobänder, um daraus wieder neue Kunstwerke entstehen zu lassen: Bilder an der Wand oder Vorhänge im Raum.

Will heißen: Kunst ist nur in einem beständig - im Wandel. Für Berlin trifft das sicher im Besonderen zu. Doch ebenso für Rostock, wie exemplarisch die durch die Ausstellung huschenden Bauarbeiter beweisen, die gerade die Fensterfront des Museums austauschen. Es gibt noch viel zu tun in der Kunsthalle. Ein Anfang ist immerhin gemacht. Die Politik muss Voraussetzungen schaffen, damit es nicht bei den Anfängen bleibt. Denn sicher ist eines: Kunst braucht Raum. Auch in der Hansestadt.

Portfolio Berlin 01, Kunsthalle Rostock, Hamburger Straße 40, Di-So 10-18 Uhr, bis 20. März

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