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"Rabenliebe" schafft es auf die Shortlist

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erstellt am 08.Sep.2010 | 10:43 Uhr

Rostock/Schwerin | Während Peter Wawerzinek gestern noch auf den Spuren seiner Kindheit in Rostock unterwegs war, meldete die Jury des Deutschen Buchpreises: "Rabenliebe" ist auf der sogenannten Shortlist, also im Finale. Erst am Abend zuvor hatte der 55-jährige Autor seinen Roman bei einer völlig überlaufenen Lesung in der "anderen buchhandlung" vorgestellt.

1954 kam er, noch unter dem Namen Peter Runkel, in der Hansestadt zur Welt, nur zwei Jahre später verließ die Mutter ihn und seine jüngere Schwester und zog dem Vater in den Westen nach. Die hilflosen Kinder blieben alleine in der Wohnung zurück und wurden gerade noch rechtzeitig gefunden. Für Wawerzinek begann eine Heimkarriere mit zwei gescheiterten Adoptionsversuchen. Erst vor wenigen Jahren suchte und fand er seine Mutter - und wurde erneut enttäuscht. Die Geschichte seiner Kindheit, der Suche nach seiner Mutter und der Ernüchterung verarbeitete er in dem Buch "Rabenliebe" zu einer einzigartigen Mixtur aus Autobiografie und romanhafter Fiktion. Der Text wurde bereits mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet.

Dass er es auch unter die letzten sechs Kandidaten beim Deutschen Buchpreis schaffen würde, hatte Wawerzinek gegenüber unserer Zeitung bei einem Treffen in Berlin noch wenige Tage zuvor nicht zu hoffen gewagt. "Ach, das ist alles so unkalkulierbar. Ich glaube nicht da ran. Aber: Es wäre schon super."

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