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Theater Schwerin vor Insolvenz : Platzt Theaterfusion Schwerin - Parchim?

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Mecklenburgisches Staatstheater erneut vor Insolvenz. Land kündigt Soforthilfen

svz.de von
erstellt am 09.Dez.2015 | 08:38 Uhr

Das Mecklenburgische Staatstheater Schwerin steht erneut vor der Insolvenz. Gestern Abend informierte Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow (Linke) den Hauptausschuss der Stadtvertretung über ein Schreiben aus dem Kultusministerium. Darin kündigt Staatssekretär Sebastian Schröder (SPD) an, dass die langfristig vereinbarten Soforthilfen des Landes von 1,5 Millionen Euro für 2015 aufgrund der aktuellen Situation nicht ausgezahlt werden.

Damit steht zugleich die Fusion mit dem Landestheater Parchim und die gesamte Theaterreform im mecklenburgischen Landesteil auf dem Spiel. Sie war in den Verhandlungen der letzten Monate zwischen Stadt und Landesregierung bereits vom 31. Dezember auf 31. Januar verschoben worden. Gramkow: „Die Situation ist ernst. Ich bin sehr ungehalten und finde den Crashkurs des Kultusministers unerträglich.“

Seit Anfang Juli verhandeln Minister Mathias Brodkorb (SPD) und sein Haus mit den Theaterträgern und der Theaterleitung über die Details der Fusion, an deren Ende das Land als Mehrheitsgesellschafter in das neue Staatstheater Mecklenburg einsteigen wollte. In dem Prozess kam es immer wieder zu Auseinandersetzungen über die betriebswirtschaftlichen Daten des Staatstheaters. Die Theaterleitung habe nur sehr zögerlich Zahlen geliefert. Verhandlungsteilnehmer sprechen von einer „Blackbox“. Am Ende seien im Wirtschaftsplan des Theaters für 2016 Soforthilfen vom Land in Höhe von 1,8 Millionen Euro über die ohnehin geplanten Landeszuschüsse von 9,26 Millionen Euro hinaus gefordert worden. Bis 2020 sollten die Hilfen zur Vermeidung einer Insolvenz auf drei Millionen Euro jährlich steigen. Ursprünglich waren sinkende Zuschüsse vereinbart. In dieser Situation zog das Land jetzt die Reißleine.

Kultusminister Brodkorb: „Es gibt einen höheren zusätzlichen Finanzbedarf als bislang angenommen. Die Risiken sind uns als Land nicht bekannt. Deshalb können wir nicht sagen, ob wir als Gesellschafter einsteigen werden.“ Gramkow ist empört: „Wenn wir die Überbrückungshilfen nicht bekommen, dann steht das Theater vor der Insolvenz.“

Seit 2011 hat das Land jährlich Soforthilfen bis zu zwei Millionen Euro an das Theater in Schwerin gezahlt. In der Koalition herrscht seit langem Unmut darüber, dass Schwerin doppelt soviele Finanzspritzen bekommt, wie alle Theater im Osten des Landes zusammen mit 700 000 Euro. Heute wollen sich die Theaterleitung und der Aufsichtsrat öffentlich äußern.

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