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Plakatwettbewerb der DAK-Gesundheit "bunt statt blau" : Plakat-Kampagne: Kunst gegen Komasaufen

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Für den Plakatwettbewerb der DAK-Gesundheit "bunt statt blau", eine Kampagne gegen das Komasaufen, legte sich Julia Beck aus Crivitz zusammen mit ihrer Freundin Ann-Christin Meyer ordentlich ins Zeug. Mit Erfolg:

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erstellt am 22.Aug.2012 | 06:47 Uhr

Schwerin | Die Sieger-Urkunde erhält einen Ehrenplatz an der Zimmerwand daheim in Crivitz. "Denn das ist schon was Besonderes", sagt Julia Beck. Zum ersten Mal überhaupt hat sie gewonnen. Zusammen mit ihrer ehemaligen Klassenkameradin Ann-Christin Meyer hatte sich die 16-Jährige vor Monaten ins stille Kämmerlein verzogen. Für den Plakatwettbewerb der DAK-Gesundheit "bunt statt blau", eine Kampagne gegen das Komasaufen unter Jugendlichen, wollten sie sich ordentlich ins Zeug legen.

Denn die Zahlen sind erschreckend, findet die Julia Beck. Rund 26 000 Jugendliche im Alter von zehn bis 20 Jahren landeten 2010 mit einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus. Seit 1990 hat sich diese Zahl mehr als verdoppelt. Die MV-Zahlen: 394 junge Leute kamen 2010 nach einem Alkoholexzess in die Klinik. Diese Fakten hatte Lehrerin Sylvia Wiechmann in der Schweriner Privatschule Pädagogium zum Thema gemacht. Die Schüler diskutierten: Wie läuft es bei Freunden? Wie geht man selbst mit Alkohol um?

Mehr als 450 Schüler haben sich im Nordosten am Wettbewerb beteiligt und ihre Ideen in Bildern, Grafiken und Zeichnungen eingeschickt. Julia und Ann-Christin gestalteten ein A3-Blatt voller ausgelassener Tänzer. In der Mitte prangt normalerweise die Diskokugel. Doch anstelle der glitzernden Kugel haben die Mädchen einen Grabstein gesetzt. ."Die Welt, meine Welt - dreht sich auch ohne dich weiter" steht in der Todeskugel. "Es gibt niemanden, der den Tod nicht fürchtet", sagt Julia. Mit Ann-Christin, die seit diesem Schuljahr aufs Fachgymnasium in Schwerin geht, habe sie sich bewusst für die Disko-Atmosphäre entschieden. "Wir wollten ein Beispiel aus der Realität", erklärt sie. Viele Freunde gehen tanzen.

"Ich habe nie damit gerechnet, zu unserem Bild etwas zu hören", sagt Julia Beck. Plötzlich standen die Mädels als Landessieger des Plakatwettbewerbs und damit als Gewinner der 300 Euro für die Klassenkasse fest. Kathrin Lamprecht von der DAK-Gesundheit Schwerin, Rainer Siedelberg von der Landeskoordinierungsstelle für Suchtvorbeugung (LAKOST) MV und Schulleiterin Grit Kramer ehrten gestern die Schülerinnen für ihre Zeichnung.

Nachdenken, statt nachschenken - so lautet die Aussage des Bildes und des Wettbewerbs. Rainer Siedelberg findet auch kritische Worte: "Es darf nicht sein, dass eine Flasche Alkohol günstiger ist als eine Kinokarte", sagt er. Da müsste nicht nur ein Nachdenken, sondern ein ganzes Umdenken stattfinden.

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