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Staatstheater Schwerin : Neuer Intendant feuert Tänzer

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Designierter Geschäftsführer der Schweriner Theater gGmbH verlängert die Verträge der Tänzer nicht, will die Sparte aber nicht schließen

von
erstellt am 22.Mai.2015 | 20:45 Uhr

Aufruhr im Mecklenburgischen Staatstheater: Die Ballettcompagnie kann es nicht fassen. Sowohl die Leitung der Sparte mit Ballettdirektor Sergej Gordienko als auch die Mehrheit der Tänzerinnen und Tänzer sollen vom designierten Generalintendanten und Geschäftsführer der gemeinnützigen Theater GmbH Lars Tietje ein Schreiben bekommen haben, in dem sie zu Personalgesprächen gebeten werden. Denn ihre Verträge am Schweriner Theater sollen nicht verlängert werden.

Franziska Pergande, Sprecherin des Mecklenburgischen Staatstheaters, sagt auf Anfrage unserer Zeitung dazu: „Zunächst ist festzustellen, dass es keine Kündigungen geben soll, sondern dass hier befristete Verträge nicht verlängert bzw. keine Verlängerungsangebote gemacht werden. Es ist nicht unüblich, dass ein neuer Intendant seinen eigenen Stil einbringen will.“ Da Tietje 2016 sein Amt in Schwerin antreten wird, müssten Personalentscheidungen jetzt getroffen werden, damit sie zu diesem Zeitpunkt in Kraft treten können, so Pergande. Mehr könne sie zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht sagen, Personalangelegenheiten seien Interna des Hauses.

Dass mit diesen De-facto-Kündigungen eine komplette Abwicklung des Balletts einhergehe, dementierte die Theatersprecherin. Lars Tietje habe ausdrücklich versichert, dass er keine Sparte schließen werde, betonte Franziska Pergande.

Verwunderlich ist die Entscheidung von Tietje aber allemal, hatte doch das Schweriner Ballett unter Leitung von Gordienko umjubelte Produktionen wie das Rockballett, „Der Nussknacker“ oder „Coppelia“ auf die Bühne gebracht und die seit vielen Jahren höchste Auslastung der Ballettaufführungen erreicht.

Über die Entscheidung ist offensichtlich das gesamte Ensemble entsetzt. Via Facebook postete beispielsweise Schauspieler Dirk Audehm gestern, dass Kultusminister Brodkorb und Oberbürgermeisterin Gramkow damit schon vor dem Wechsel der Intendanz Versprechen gebrochen hätten. Dafür nutzte er drastische Worte. Brodkorb entgegnete auf Anfrage unserer Zeitung wortkarg: „Ich möchte weder die künstlerischen Entscheidungen des neuen Intendanten noch die persönlichen Beleidigungen kommentieren.“

 

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