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Ausstellung auf den Spuren der Digedags : Mythos "Mosaik"

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Rainer Eckert gerät ins Schwärmen, wenn er über den DDR-Comic "Mosaik" spricht. Was den "Mythos Mosaik" ausgemacht hat, damit beschäftigt sich die größte Ausstellung, die es bisher zu dem legendären Comic gab.

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erstellt am 20.Feb.2012 | 06:15 Uhr

Leipzig | Rainer Eckert gerät fast ins Schwärmen, wenn er über den DDR-Comic "Mosaik" spricht. "Ich habe alle Hefte gesammelt, vom ersten angefangen", berichtet der Direktor des Zeitgeschichtlichen Forums in Leipzig. "Mosaik" habe ihn - wie Millionen andere - fasziniert. Was den "Mythos Mosaik" ausgemacht hat, damit beschäftigt sich derzeit die größte Ausstellung, die es bisher zu dem legendären Comic gab.

Bis zum 13. Mai 2012 ist im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig die Schau "Dig, Dag, Digedag - DDR-Comic Mosaik" zu sehen. Die Ausstellungsmacher konnten sich aus einem bislang weitgehend unerforschten Fundus bedienen. "Mosaik"-Erfinder Johannes Hegenbarth alias Hannes Hegen hat dem Forum 2009 sein Archiv übergeben. Tausende Zeichnungen, Skizzen und Entwürfe werden seither in Leipzig wissenschaftlich aufbereitet - und flossen auch in die neue Ausstellung ein. "Das ist ein Schatz, den wir nicht nur erhalten und bewahren, sondern auch präsentieren wollen", sagt Projektleiterin Kornelia Lobmeier. Darum werden in der Ausstellung auch viele Originalzeichnungen gezeigt.

Wie der Titel schon verrät, liegt der Fokus der Schau auf den frühen Jahren des "Mosaiks". 20 Jahre lang, von 1955 bis 1975, reisten Dig, Dag und Digedag nach Amerika, in den Weltraum oder tummelten sich mit Ritter Runkel in vergangenen Zeiten. Dann kam es zum Bruch zwischen Hannes Hegen und dem FDJ-Verlag Junge Welt. Die Digedags verschwanden und wurden von den Abrafaxen abgelöst.

"Das ist für Hannes Hegen bis heute eine nicht ganz verheilte Wunde, zumal ein Teil seines Stabes damals weitergemacht hat", sagt Direktor Eckert. Der inzwischen 86-jährige Hegen hatte großes Interesse an der Leipziger Schau und stand in der Entstehungsphase für Fragen zur Verfügung.

Das monatliche Anstehen am Kiosk, um eines der begehrten "Mosaik"-Hefte zu ergattern, gehörte für unzählige DDR-Kinder zum Alltag. "Es geht uns nicht darum, nur die Hefte an die Wand zu bringen", erläutert Projektleiterin Lobmeier.

Ein kleiner Teil der Digedags-Ausstellung widmet sich auch den Abrafaxen, die bis heute Abenteuer im "Mosaik" erleben. Verlegt werden die Reise-Geschichten von Abrax, Brabax und Califax im Berliner Verlag Steinchen für Steinchen, in einer Druckauflage von knapp über 100 000, wie Sprecher Robert Löffler sagt. Die Auflage ist seit Jahren stabil. "Wir haben eine ganz treue Leserschaft."

Etwa ein Drittel der Abonnenten lebt im Westen Deutschlands. Die Berliner steuerten ebenfalls ein paar Ausstellungstücke für die Digedags-Schau bei - darunter ein Kündigungsschreiben, das "Mosaik"-Erfinder Hegen seinerzeit an den Junge-Welt-Verlag geschickt hatte.

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