Gesamtrückschau : Museumsjahr mit Licht und Schatten

Jüngstes Prachtstück in der Museumslandschaft Mecklenburg-Vorpommerns: das Kunstmuseum Ahrenshoop
Jüngstes Prachtstück in der Museumslandschaft Mecklenburg-Vorpommerns: das Kunstmuseum Ahrenshoop

Das schöne Wetter des Sommers 2013 hat vielen Museen im Land die Bilanz getrübt. Den spektakulärsten Rückgang um 100 000 Besucher meldete das Ozeaneum in Stralsund.

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23. Dezember 2013, 21:00 Uhr

Das schöne Wetter des Sommers 2013 hat vielen Museen im Land die Bilanz getrübt. Den spektakulärsten Rückgang um 100 000 Besucher meldete das Ozeaneum in Stralsund. Aber auch Gästemagneten wie das Schweriner Schloss, das Müritzeum oder das Historisch-Technische Museum Peenemünde hatten weniger Zulauf.

„Das Wetter als Ursache können wir sehr genau festmachen“, sagte die Geschäftsführerin des Müritzeums, Andrea Nagel. „Wenn es regnete, hatten wir so viele Besucher, dass das Haus sie kaum fassen konnte.“ Die Gästezahl in dem Naturkundemuseum in Waren lag 2013 knapp unter 170 000, im Vorjahr habe sie knapp darüber gelegen.

Die Gesamtrückschau des Landesmuseumsverbandes fällt trotzdem stattlich aus: Rund vier Millionen Besucher strömten in die 230 großen und kleineren Häuser, wie der Vorsitzende Steffen Stuth sagte.

Die Zahl sei im Vergleich zum Vorjahr relativ stabil geblieben. Dazu trugen auch die Neueröffnungen bei. So zog das am 30. August nach sechsjähriger Bauzeit von Bundeskanzlerin Angela Merkel eröffnete Kunstmuseum Ahrenshoop bislang 22 000 Besucher an. Damit wurde das selbst gesteckte Ziel erreicht. Jährlich will der Verein, der das Haus betreibt, 60 000 Kunstfreunde erreichen.

Das im Dezember 2012 in Wismar eröffnete Technische Landesmuseum „Phantechnikum“ erfüllte die eigenen Erwartungen hingegen im ersten Jahr nicht. Seit dem Start zählte die Einrichtung 47 000 Gäste, angepeilt waren 75 000. „Das Ausstellungspotenzial muss mit neuen Experimentierstationen besser genutzt werden“, sagte Museumsdirektorin Katrin Möller. Probleme bereiteten auch die unzureichende Ausschilderung in der Stadt sowie mangelnde Werbung.

Etwas weniger Besucher verzeichnete das Staatliche Museum Schwerin trotz mehrerer Höhepunkte wie der Schenkung von 155 niederländischen Altmeistergemälden durch den Sammler Christoph Müller und der opulenten Sommerausstellung „Schimmern aus der Tiefe. Muscheln, Perlmutt, Nautilus“. Bis zum 12. Dezember kamen 230 000 Besucher in das Schweriner Galeriegebäude sowie die Schlösser in Schwerin, Ludwigslust und Güstrow. Im gesamten Vorjahr waren es 242 000.

Das Historisch-Technische Museum Peenemünde  meldet  für 2013 rund 160 000 Besucher, 7000 weniger als 2012. Das sei die normale Schwankungsbreite, hieß es. Ein Höhepunkt sei die Verleihung des höchsten europäischen Denkmalpflegepreises „Europa Nostra Award“ für die Restaurierung des Kraftwerks Peenemünde gewesen.

Ein Rekordergebnis meldete indes die Kunsthalle Rostock mit fast 60 000 Besuchern. Große Namen wie Katharina Sieverding und Steve Schapiro lockten. Besuchermagneten waren auch die Fotoausstellung „Traumfrauen/Traummänner“ und eine Schau zu dem mecklenburgischen Künstlerpaar Inge und Jo Jastram.

Verbandschef Stuth forderte eine verlässliche Finanzierung der Museumslandschaft. Zu den Museen gehöre Personal, und in diesen Bereich müsse nachhaltig und berechenbar investiert werden, sagte er. In diesem Jahr sei das vielerorts schwierig gewesen, da die Förderbescheide des Landes erst im Juni gekommen seien.

Mit Lob bedachte der Verbandsvorsitzende die Investitionen. So seien in diesem Jahr die Sanierungsarbeiten am Kulturhistorischen Museum Stralsund weitergegangen, ebenso am Wismarer Stadtmuseum, dem Schabbellhaus. Investiert wurde auch in die Festung Dömitz und in das Museum in Hagenow.

Heftige Kritik hatte der Verband in diesem Jahr am Verkauf von Beständen aus dem Stralsunder Stadtarchiv geübt. Das sei ein Beleg für ein wachsendes Klima der Missachtung immaterieller kultureller Werte, schrieb im Frühjahr der Verband in einem offenen Brief. Die Unveräußerlichkeit von Kulturgut müsse gewahrt bleiben.

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