Phantechnikum : Museum mit Besucherflaute

Museumsdirektorin Kathrin Möller geht durch die  Luftfahrthalle des Technikmuseums in Wismar – hier waren in diesem Jahr weniger Besucher als erwartet.
Museumsdirektorin Kathrin Möller geht durch die Luftfahrthalle des Technikmuseums in Wismar – hier waren in diesem Jahr weniger Besucher als erwartet.

Ein Drittel weniger Besucher als geplant. Das „Phantechnikum“ bietet offenbar nicht genug Technik zum Anfassen, sagen die Macher.

svz.de von
04. Dezember 2013, 00:35 Uhr

Das neue Technische Landesmuseum „Phantechnikum“ in Wismar hat im ersten Jahr seines Bestehens gut ein Drittel weniger Besucher angelockt als geplant. Von Dezember vorigen Jahres an zählte die Einrichtung rund 47 000 Gäste, angepeilt waren aber 75 000 zahlende Besucher, wie Museumsdirektorin Kathrin Möller sagt.

Probleme bereiteten die unzureichende Ausschilderung in der Stadt sowie mangelnde Werbung. Qualität und Quantität müssten erweitert werden. Zudem biete das Museum nicht genügend Mitmach-Möglichkeiten. „Das Ausstellungspotential muss mit neuen Experimentierstationen besser genutzt werden“, resümiert Kathrin Möller.

Das Technikmuseum, 1961 gegründet und von 1997 bis 2011 im Schweriner Marstall beheimatet, wurde in Wismar für gut zehn Millionen Euro in einer alten Kaserne neu eingerichtet. Die Ausstellung zeigt nun auf 2500 Quadratmetern Technikgeschichte des Landes anhand der klassischen Elemente Luft, Feuer und Wasser. Das Element Erde sollte in einem zweiten Bauabschnitt folgen. Dieses Vorhaben für 2016 wurde nun wegen der angespannten finanziellen Situation des Hauses und der klammen kommunalen Kasse auf unbestimmte Zeit verschoben, wie Geschäftsführer Henrik Fanger sagt.

Kritik der Besucher mache sich oft an der inhaltlichen Ausgestaltung des Museums fest, räumen die Macher ein. Eingefordert werde etwa eine intensivere fachliche Betreuung durch die Mitarbeiter, erklärte Kathrin Möller. Mehr spezielle Führungen zu bestimmten Technikbereichen müssten mindestens ein- bis mehrmals am Tag angeboten werden, fügt Fanger hinzu. Das Ausstellen von technischen Objekten allein reiche nicht aus. Es fehlten Möglichkeiten zum Experimentieren, Anfassen und Ausprobieren. Lücken gebe es vor allem in den Themenfeldern Feuer und Wasser.

So sei trotz der angespannten Finanzlage für 2014 der Aufbau einer Werkstatt geplant, in der Schüler selbst mit Holz und Metall arbeiten können, sagte der Geschäftsführer der Betreibergesellschaft. Den Aufbau eines neuen Technikmuseums bezeichnete Fanger als längeren „Lernprozess“. Die Wismarer Einrichtung könne sich eben nicht mit großen Häusern wie dem Deutschen Technikmuseum Berlin vergleichen.

Von den Besuchern des „Phantechnikum“ kommen rund die Hälfte aus MV. Zu den Gästen zählten im ersten Jahr auch 144 Schulklassen der Region. Darüber hinaus gab es eine Reihe von Vorträgen und Veranstaltungen wie die Techniknacht, ein Oldtimertreffen oder den Tag der Schweißtechnik. Der Jahresetat des Museums in Höhe von rund 400 000 Euro wird zu zwei Dritteln aus Fördermitteln von Stadt und Land bestritten.

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