Kultur in MV : Museen verlieren ihre Besucher

Grüne fordern: „Kulturelle Leuchttürme“ des Landes bekannter machen

svz.de von
23. Juli 2014, 07:49 Uhr

Die großen Museen haben einen deutlichen Einbruch bei den Besucherzahlen erlitten. Mit fast 18 Prozent weniger Interessierten mussten das Staatliche Museum Schwerin sowie die Schlossmuseen in Schwerin, Ludwigslust und Güstrow auskommen. Das geht aus der Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage der Grünen im Landtag hervor. 2011 kamen noch 287 000 Besucher in diese Museen. 2013 waren es nur noch 236 000.

Auch andere große Museen haben an Anziehungskraft eingebüßt. Das Meeresmuseum in Stralsund verzeichnete im selben Zeitraum ein Minus von 60 000 Gästen, im Museum in Peenemünde waren es 17 000. Für die Ernst-Barlach-Stiftung in Güstrow interessierten sich nur noch 30 000 Besucher. Zwei Jahre vorher waren es noch 38 000. Das neue Technikmuseum in Wismar blieb unterdessen 2013 mit 46 000 Besuchern um ein Drittel hinter den eigenen Erwartungen. Nur das Thünen-Museum in Tellow meldete erstaunlich konstante Besucherzahlen.

Laut Kultusministerium sind in Güstrow und Ludwigslust vor allem Sanierungsarbeiten für den Besucherschwund verantwortlich. „Im Übrigen ist in diesem Bereich immer eine Saison- und Wetterabhängigkeit festzustellen“, so ein Ministeriumssprecher. Die Betreiber seien abhängig vom Wetter, den Touristen und dem Erfolg von Sonderausstellungen.

Für Ulrike Berger, kulturpolitische Sprecherin der Landtags-Grünen, ist der Verweis aufs Wetter und die Touristen „zu dünn“. Die Landesregierung sollte endlich das 2011 im Koalitionsvertrag versprochene Marketing-Konzept vorlegen, mit dem die „kulturellen Leuchttürme“ des Landes bekannter gemacht werden sollen. Dazu sei gerade eine Arbeitsgruppe eingesetzt worden, hieß es aus dem Kultusministerium.

Laut Berger fehlt der Landesregierung der Überblick über die Museumslandschaft. In der Antwort auf die Kleine Anfrage wurden „Einrichtungen wie das Freilichtmuseum Groß Raden oder das Kunstmuseum Ahrenshoop trotz Voll- bzw. Mitfinanzierung aus Landesmitteln“ vergessen.

Unterdessen sorgt sich Berger um die Förderung der zahlreichen kleinen Museen. Sie bekamen im letzten Jahr 140 000 Euro weniger vom Land als noch 2011. „Die Zahl der geförderten Projekte sank von 42 auf 23 und hat sich damit nahezu halbiert“, rechnete Berger vor. Einen „stillschweigenden schleichenden Niedergang der regionalen Museumskultur“ dürfe es nicht geben.


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