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Neue App : Mit dem Smartphone über die Insel

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Zur Radtour auf den Spuren von Lyonel Feininger auf der Insel Usedom gibt es jetzt eine App mit den Malstandorten des Künstlers

Es war im Mai 1908, als der Maler Lyonel Feininger das erste Mal auf die Ostseeinsel Usedom reiste. Der passionierte Radfahrer fand in den Dörfern und Landschaften zahlreiche Motive für seine Werke in unterschiedlichen Techniken. In den folgenden zehn Jahren bereiste er Usedom immer wieder und begab sich auf Motivsuche. 1912 schrieb er in einem Brief über Usedom: „Ich bin inmitten der Motive, die ich mag und die mich inspirieren.“

Welche Motive den international bekannten Maler begeisterten, konnten Besucher bisher schon mit dem Fahrrad auf der Lyonel Feininger Tour erleben. Der 56 Kilometer lange Künstler-Radweg verbindet Orte, an denen Feininger gemalt hat. 43 Bronzetafeln markieren die Standorte, von denen aus der Maler sein jeweiliges Motiv sah und skizzierte. Künftig kann man die Tour auch zu Hause auf der Couch absolvieren – mit einer neuen Software für Mobilfunkgeräte.

Die neue App „papileo“ geht heute offiziell an den Start (14 Uhr, Kirche Benz). „Wir wollen den Touristen damit ihre Reise erleichtern und ihnen außerdem die Möglichkeit bieten, sich schon von zu Hause aus vorzubereiten“, sagt René Bergmann vom Amt Usedom Süd. Künftig könne sich jeder Nutzer des Radwegs nicht nur mit Hilfe des zugehörigen Buchs, sondern auch durch die entwickelte digitale Applikation über Smartphone oder Tablet umfassend informieren.

Auf der Feininger-App werden die Malstandorte Lyonel Feiningers beschrieben und von den Schauspielern Jutta Wachowiak und Dieter Mann erläutert und vorgestellt.

Lyonel Feininger wurde 1871 als Sohn deutscher Musiker in New York geboren und kam als junger Mann nach Deutschland. Zuerst war er als Karikaturenzeichner für amerikanische Zeitungen tätig, im Alter von 36 Jahren begann er mit der Malerei. 1919 wurde er in das neu gegründete Bauhaus nach Weimar berufen. Er gilt heute als einer der bedeutendsten Vertreter der Klassischen Moderne. Sein markanter Stil beeinflusste viele Künstler seiner Zeit.

Nachdem die Nationalsozialisten 1933 in Deutschland an die Macht kamen, erklärten sie Feiningers Bilder zur entarteten Kunst. Schon 1937 kehrte Feininger in die USA zurück. Insgesamt zeigen rund 80 seiner abstrakten Gemälde Motive auf der Insel Usedom, viele dieser Bilder hängen in Museen auf der ganzen Welt.

Zu Feiningers Hauptmotiven gehörte auch die Kirche im kleinen Dorf Benz. Kurz vor seinem Tod entstanden noch mindestens zwei Aquarelle des mittelalterlichen Gebäudes. Pastorin Annegret Möller-Titel freut sich über die Aufmerksamkeit, die ihre Kirche durch den Feininger-Radweg bekommt. „Das ist ein tolles Tourismuskonzept der kommunalen Gemeinde, das neben unserer Kirche auch die Nachbarkirchen in Mellenthin und Zirchow miteinbezieht“. Die Kirchengemeinde beteiligt sich im Rahmen ihres Kirchensommers immer mit einem Konzertabend zu Feininger (in diesem Jahr am 26. August). Werke des Künstlers werden dann mit begleitender Musik präsentiert und erklärt. Seit es den Feininger Radweg gibt, würden auch mehr Touristen Station in Benz machen, schätzt die Pastorin.

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