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Hansemuseum eröffnet : Mit dem Lift tief in die Geschichte

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Die Hanse war ein Vorläufer der Europäischen Union. Die Geschichte des Bündnisses zeigt das Europäische Hansemuseum in Lübeck. Am Mittwoch wurde es eröffnet.

Zwei beladene Koggen liegen im Schilf am Ufer der Newa. An Bord niederdeutsche Kaufleute aus Soest, Münster, Groningen und Lübeck, die ein loses Bündnis schließen. „So könnte die Szene im Jahr 1193 ausgesehen haben, die wir hier im Europäischen Hansemuseum nachgestellt haben“, sagt Museumsplaner Andreas Heller. Mit Inszenierungen wie dieser sollen Besucher die Geschichte des Städte- und Kaufleute-Bundes von den Anfängen bis zum Niedergang im 17. Jahrhundert erleben.

Am Mittwoch wurde das Haus in Anwesenheit von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eröffnet. Ab Sonnabend können dann alle Interessierten die Ausstellung besuchen.

Merkel verwies in ihrer Eröffnungsrede auf die Vorreiterrolle der Hanse für die Europäische Union. „Wir können in der EU an zentrale Erfahrungen der Hanse anknüpfen, zum Beispiel an die, dass wir gemeinsam stärker sind und mehr für alle erreichen als allein.“

Die Ausstellung erzählt vom Wagemut der Fernhandelskaufleute, von Reichtum, Prunk und Macht. Doch auch die Rückschläge wie Pest und Kriege erleben die Besucher. „Wir haben Schlüsselszenen der Hansegeschichte in Nowgorod, Brügge, Bergen, London und natürlich auch in Lübeck szenisch dargestellt. Diese Rekonstruktionen basieren auf dem aktuellen Forschungsstand und sind so historisch wie möglich nachgebildet“, sagt Museumsplaner Heller.

So sind die Stoffe, die in der nachgebauten Tuchhalle von Brügge gehandelt werden, nach historischen Vorbildern eigens fürs Museum gewebt worden.

Rund 50 Millionen Euro hat das Museum gekostet, doppelt so viel, wie ursprünglich geplant. „Ich bin zufrieden, glücklich und überaus dankbar. Es passiert nicht alle Tage, dass eine Stadt ein solches Geschenk bekommt“, sagte auch Lübecks Bürgermeister Bernd Saxe (SPD).

Die Zeitreise für die Besucher beginnt bereits weit vor der Gründung der Hanse – um das Jahr 900. Aus dieser Zeit stammt der älteste Fund, den Archäologen bei den Bauarbeiten zum Museum im Burghügel gemacht haben.

Die archäologischen Funde wurden in das Museum einbezogen. Ein Lift bringt die Besucher hinunter zum Startpunkt der Ausstellung, vorbei an mehreren Jahrhunderten Stadtgeschichte. Den Bogen zur Neuzeit spannt auf der anderen Seite das Burgkloster. Der ehemalige Dominikaner-Konvent wurde aufwendig restauriert.

Öffnungszeiten: ab Sonnabend, 30. Mai, täglich 10 bis 17 Uhr

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