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sagenhaft erfolgreich : Märchenhafter Erfolg für Skadi

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Schülerin aus MV schreibt eine eigene Ballade und setzt sich damit in einem Schreibwettbewerb gegen internationale Konkurrenten durch

von
erstellt am 10.Feb.2015 | 12:00 Uhr

Carla Skadi Haack kämpft mit einem fliegenden Drachen gegen böse Mächte, meistert mit Aladin gefährliche Abenteuer im Orient und zieht furchtlos mit einem Vampir durch die Nacht. Wenn die 12-Jährige in eines ihrer zahlreichen Märchen- oder Fantasy-Bücher vertieft ist, wird sie kraft ihrer Vorstellungskraft selbst Teil der Geschichte. „Dann verschwindet sie in ihrer eigenen Welt und ist nicht mehr ansprechbar“, erzählt ihr Vater, Stephan Haack. Bis sie selbst lesen konnte, hat er ihr jeden Abend eine Gute- Nacht-Geschichte vorgelesen – meistens Märchen. „Sie war verrückt danach“, sagt er.

Das Faible für fantastische Geschichten hat Skadi immer noch. Sie liest sie gern. Aber nicht nur. Das Mädchen mit den roten Haaren und Sommersprossen hat auch schon selbst eine Geschichte geschrieben. Eine Ballade. Der Titel: „Das Geheimnis von Charlott Castle“. Dafür wurde sie im vergangenen Jahr bei einem internationalen Schülerwettbewerb mit dem sechsten Platz ausgezeichnet. Zu dem kreativen Wettstreit aufgerufen hatte „Märchenland“ – das Deutsche Zentrum für Märchenkultur. Das Motto: „Sich gruseln oder mutig sein, das ist hier die Frage!“

Ihre Dichtung entstand als Hausaufgabe für die Schule. Zum damaligen Zeitpunkt war Skadi 10 Jahre alt und ging in die 6. Klasse der Edith-Stein Schule in Ludwigslust. „Im Unterricht nahmen wir gerade Balladen durch und sollten über die Herbstferien selbst eine Ballade schreiben“, erinnert sich Skadi, die heute das Goethe-Gymnasium in Ludwigslust besucht. Von der Teilnahme an einem Wettbewerb wusste sie da noch nichts.

Das Thema war für die Lesebegeisterte schnell gefunden. Eine Geschichte über einen ungeklärten Mord sollte es sein. Schwerer fiel ihr dagegen das Dichten der Ballade, der Aufbau und das richtige Silbenmaß. Vorgegeben waren zudem 40 Wörter – zehn davon musste sie in ihrer Ballade einbauen. „Die erste Version, die ich geschrieben habe, war Mist“, erzählt sie. Der zweite Versuch klappte schon besser. Dank der Hilfe ihres Vaters. „Papa hat mir erklärt, worauf es bei einer Ballade ankommt“, so Skadi. Fast die gesamte Ferienzeit dichtete sie, besserte ihre Ballade immer wieder aus. „Sie war schon wie im Fieber. Da hat man ihre Begeisterung, ihren Ehrgeiz gespürt“, sagt ihr Vater voller Stolz.

Skadis Mühe zahlte sich aus. Für ihre Dichtkunst erhielt sie die Note Eins. Ihr Lehrer war es auch, der ihre Ballade beim Wettbewerb einreichte. Das Mädchen aus Prislich bei Ludwigslust rechnete aber nicht damit, dass sie zu den besten zwölf weltweit gehören würde – zu groß war die Konkurrenz. Mehr als 1100 Schüler beteiligten sich an dem Wettbewerb, darunter Mädchen und Jungen aus Österreich, Ägypten, Kanada und Mazedonien. Als Sechstplatzierte erhielt sie eine Urkunde, einen Märchenfilm auf DVD und einen Jahreskalender mit allen Gewinner-Balladen. „Erst als das Paket ankam, haben wir erfahren, welchen Platz sie belegt hat. Da ist uns erstmal bewusst geworden, welche Hürden sie überwunden hatte“, so Skadis Eltern übereinstimmend. „Wir sind immer noch sehr gerührt.“

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