Kultur MV : Land beteiligt sich an Theatern

Mecklenburgisches Staatstheater in Schwerin.
Mecklenburgisches Staatstheater in Schwerin.

Paradigmenwechsel in der Kulturpolitik. Die Opposition spricht von Erpressung.

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02. Juni 2015, 21:00 Uhr

Nach 20 Jahren Ringen um die Finanzierung der vier großen Theater in MV hat die Landesregierung gestern beschlossen, als Mehrheitsgesellschafter in das erste Haus einzusteigen. Bis zum Jahresende soll ein Vertrag für eine GmbH des Mecklenburgischen Staatstheaters und des Landestheaters Parchim stehen, in der „mindestens 51 Prozent“ Anteile vom Land gehalten werden. Das ist ein Paradigmenwechsel in der Theaterpolitik des Landes.

„Wir beginnen mit Schwerin, weil wir hier mit den Reformen am weitesten sind“, begründete Kultusminister Mathias Brodkorb (SPD)den Schritt. Er kündigte an, dass das Land jährlich weiter 10,4 Millionen Euro an das Theater zahle, von der Stadt Schwerin fließen acht Millionen, und versprach temporäre Zuschüsse. OB Angelika Gramkow zeigte sich erleichtert. „Ich freue mich sehr. Ich kann mit einer Mehrheitsbeteiligung des Landes sehr gut leben, weil sie uns Planungssicherheit verspricht. Über den Namen ,Staatstheater Westmecklenburg’ wird noch zu reden sein.“

Gestern beschloss das Kabinett zudem bis 2020 ein Investitionsprogramm von 47 Millionen Euro für Theaterbauten. Dafür will das Wirtschaftsministerium Städtebaumittel der EU bereitstellen. Das Land will sich mit 25 Millionen Euro an einem Neubau in Rostock beteiligen. Für den Neubau in Parchim sind fünf Millionen Euro geplant. Das Theater Vorpommern kann für Greifswald mit zehn Millionen und in Neubrandenburg/Neustrelitz für den Marstall in Neustrelitz mit 6,7 Millionen rechnen. Damit das Geld fließen kann, sind laut Brodkorb Zielvereinbarungen für Reformen nötig. Zusätzliche Investitionen seien nur möglich, wenn die Existenz der Häuser gesichert sei. „Das Land verteilt Bonbons, um damit von der eigenen Erpressungspolitik abzulenken“, kritisierte die Grünen-Abgeordnete Ulrike Berger.

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