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Kunst verständlich machen

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erstellt am 26.Okt.2012 | 07:35 Uhr

Schwerin | Kunst sei schön, mache aber viel Arbeit - sagte einst Karl Valentin. Moderne Kunst ist längst nicht mehr nur "schön", sondern mehr - braucht aber für den interessierten Laien die eine oder andere Erklärung. Auch dazu soll die Aktion "Kunst heute" dienen, die gestern Abend auf Schloss Plüschow eröffnet worden ist und bei der heute und morgen landesweit Ateliers, Künstlerhäuser, Museen und Galerien einladen. "Wir wollen natürlich auf das Thema zeitgenössische Kunst aufmerksam machen - aber es reicht nicht, nur zu präsentieren - es muss auch vermittelt werden. Mit Museen und Kunstvereinen wollen wir genau das erreichen. ", sagt Miro Zahra, die neue Vorsitzende des Künstlerbundes Mecklenburg-Vorpommern.

Mehr als 200 bildende Künstler und Künstlerinnen zeigen bei der fünften Auflage von "Kunst heute" ihre Arbeiten. Der Aktionstag - die meisten Projekte konzentrieren sich auf den heutigen Sonnabend - ist ein Gemeinschaftsprodukt von Künstlerbund und des Verbandes der Kunstmuseen und Kunstins titutionen MV. Entstanden ist "Kunst heute" vor fünf Jahren als streng auf zeitgenössische Kunst konzentriertes Gegenstück zum niedrigschwelligeren "Kunst offen". Die Ergänzung hat sich bewährt. "Mittlerweile ist ,Kunst heute etabliert", sagt Zahra. Die Auftaktveranstaltung im Künstlerhaus Schloss Plüschow sei eine Neuerung, "um die Aktion mit inhaltlichem Input anzureichern". Außerdem gebe es in Plüschow mit der - ebenfalls gestern Abend eröffneten - Schau "Investment" der Künstler aus der Rostocker Galerie Wolkenbank in Plüschow auch eine besondere Ausstellung.

In die inhaltliche Richtung zielten auch die ebenfalls neuen vier kleinen Sonderaktionen des Kunst-Tages: In Greifswald gibt es die "4te Internationale Tortenakademie", in der Stralsunder Nikolaikirche die "Erdung des Unsichtbaren" mit Ausstellung und Podiumsdiskussion, die Künstlergruppe "Zelle Rostock" in Richtenberg und das Projekt "Kunst und Wissenschaft" von To Helbig und Wiebke Loseries in Rostock. Und: Es gibt, ebenfalls erstmals, eine "Kunst heute"-Abschlussveranstaltung, die in diesem Jahr im Kulturhaus Mestlin stattfindet (28. Oktober, bis 18 Uhr), wo der Künstlerbund auch die Ergebnisse seiner Mail-Art-Aktion zeigt, für die sich alle Interessierten Postkarten-Rohlinge im Internet herunterladen konnten, um daraus dann kleine Kunstwerke zu machen.

Besonderen Wert legen der Künstlerbund und der Verband der Kunstmuseen auch auf das Thema Vermarktung. Denn von ihrer Kunst wirklich leben - das können längst nicht alle der rund 320 im Künstlerbund organisierten Kreativen. "Viele unserer Mitglieder müssen Nebenjobs machen oder bekommen noch Hartz IV", sagt Zahra. Das sei in ganz Deutschland so - aber in MV sei es besonders schwierig, weil es kaum Galerien gebe, die auch außerhalb des Landes agieren. Die Szene der Sammler zeitgenössischer Kunst in MV selbst sei nicht groß - und nur die Kunsthalle Rostock, das Staatliche Museum Schwerin und die Kunstsammlungen Neubrandenburg kauften im Land Kunst an.

Kunst braucht neben Schöpferkraft auch Hartnäckigkeit. Was die Kreativen im Land schaffen - im doppelten Sinn - zeigt "Kunst heute" .

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