Weihnachtsmärchen Schwerin : Klassiker mit frischem Schwung

Ihr lieben Zwerge! Rosefin Ristau als Schneewittchen inmitten ihrer Jungs
Ihr lieben Zwerge! Rosefin Ristau als Schneewittchen inmitten ihrer Jungs

Wenn Schneewittchen den Weihnachtsmann trifft – Premiere des diesjährigen Weihnachtsmärchens begeisterte das Publikum

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22. November 2015, 17:22 Uhr

Die Geschichte der Gebrüder Grimm ist ein Klassiker. Das wunderschöne Schneewittchen, ihre böse Stiefmutter, der treusorgende Vater, die sieben Zwerge und natürlich ein charmanter Prinz. Eifersucht, Dramatik und am Ende die ganz große Liebe. Mehr Zutaten braucht es für ein Weihnachtsmärchen eigentlich nicht.

Doch damit wollte sich Schauspieldirektor Peter Dehler nicht zufrieden geben. Schon der Beginn seiner Inszenierung von „Schneewittchen“ zeigte sich erfrischend anders. Einer der sieben Zwerge tobte: „Warum bin ich so klein? Ich will nicht mehr so klein sein!“ – und sprach damit wahrscheinlich den zahlreichen kleinen Zuschauern, die zur Premierenvorstellung des diesjährigen Weihnachtsmärchens am Sonnabend ins Mecklenburgische Staatstheater gekommen waren, aus der Seele. Gemeinsam mit einem weiteren Zwerg stimmte der Winzling vor ausverkauftem Haus ein Lied an – schon nach den ersten Takten klatschte das Publikum bei der einstimmigen Melodie mit. Und das sollte nicht das einzige Mal gewesen sein – die Musik von John Carlson lud durchweg zum Mitsummen und Mitwippen ein. Ein bisschen Musical – oder auch Disneyfilm, aber in jedem Fall mitreißend.

Die Stiefmutter, dargestellt von einer fabelhaften Lucie Teisingerova, will ihre Stieftochter aus Eifersucht töten lassen. Der Diener (Amadeus Köhli) bringt sie in den Wald. Schneewittchen, gespielt von einer bezaubernden Josefin Ristau, findet bei den sieben Zwergen Unterschlupf. Der Vaterkönig (Sebastian Reusse) ist verzweifelt, aber ein junger Prinz ist bereits auf der Suche nach Schneewittchen.

Soweit ist die Handlung bekannt. Wie immer in Inszenierungen Peter Dehlers taucht plötzlich der Weihnachtsmann auf: Der sogenannte W-Mann (Jochen Fahr), der verzweifelt sein Rentier Rudolf sucht. Das hatte er dem Osterhasen ausgeliehen, Denn, so klingt Dehlers Gesellschaftskritik an, sind zu Ostern große Geschenke mittlerweile Usus geworden. Nur kann diese der Osterhase nicht mehr alleine ausliefern, weshalb er Rudis Unterstützung bekam. Nur braucht der W-Mann das Rentier jetzt dringend zurück – oder das nahende Weihnachtsfest ist in Gefahr. Kann ihm Schneewittchen helfen?

Eine witzige und abenteuerliche Reise beginnt, bei der besonders Bernhard Meindl als Osterhase mit tollem Schauspiel und lustigen Sprüchen das Publikum begeisterte. Auch Lucie Teisingerova als erst böse und später geläuterte Stiefmutter kam bei den kleinen und großen Zuschauern an. „Die Schauspieler waren richtig gut, die Königin war aber am besten“, erzählte die achtjährige Fielina Ahmadiar.

„Es hat uns sehr gut gefallen. Wir kommen seit einigen Jahren ins Weihnachtsmärchen – das ist jetzt schon das vierte Mal“, sagte Kathrin Wolter, die mit ihren beiden Töchtern Lena (10) und Jette (6) die Premierenaufführung erlebte. „Das Schneewittchen fand ich am schönsten“, erzählte Lena begeistert. „Ich auch“, fiel ihre kleine Schwester ein. „Ich habe so viel und dolle geklatscht, dass mir jetzt die Hände weh tun“. Und damit war Jette nicht die Einzige. Immer wieder wurden zwischendurch besonders gelungene Dialoge beklatscht. Und ein minutenlanger Applaus verabschiedete die Schauspieler am Ende.

Findet der Prinz sein Schneewittchen? Wie ergeht es der bösen Stiefmutter? Und kommt Rudi am Ende wieder zum W-Mann zurück und rettet das Fest? Wer bereits Karten hat, darf sich auf ein gelungenes und mitreißendes Schauspiel freuen. Restkarten gibt es nur noch für sichteingeschränkte Plätze.

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