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Stralsund : Kepler-Werke aus New York zurück

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Nach dem heimlichen Verkauf von knapp 6000 Bänden aus dem Stralsunder Stadtarchiv sind drei wertvolle Bücher nun zurückgekehrt, darunter ein Band mit Werken des Astronomen Johannes Kepler. Ein New Yorker Auktionshaus gab die Bände zum Einkaufspreis zurück.

Stralsund hat einen wertvollen Druck mit Werken des Astronomen Johannes Kepler (1571-1630) sowie zwei weitere historische Bücher zurückerhalten. Sie gehörten zu den knapp 6000 heimlich verkauften Bänden aus dem Stralsunder Stadtarchiv. Jonathan Hill vom gleichnamigen New Yorker Auktionshaus übergab die kostbaren Stücke am Dienstag an Stralsunds Bürgermeister Alexander Badrow (CDU). Hill sagte, der Band habe eine kleine Ferienreise gemacht und sei nun nach Hause zurückgekehrt.

Einer Sprecherin der Stadt zufolge hinterließ Hill mit seinem Stempel als Buchhändler ein kleines Zeugnis jüngerer Geschichte. Der Stempel werde nicht entfernt, sagte sie.Die Bücher sollen künftig im Stralsunder Johanniskloster gezeigt werden, kündigte Badrow an. Die Stadt wolle fünf Millionen Euro für die Sanierung in die Hand nehmen. Das Stadtarchiv im Johanniskloster, das im 13. Jahrhundert erbaut wurde, war im Oktober 2012 wegen Schimmelbefalls geschlossen worden. Die Klosteranlage liegt im Kerngebiet der zum Unesco-Welterbe gehörenden Altstadt.

Das New Yorker Auktionshaus hatte der Stadt den Kepler-Band zum Einkaufspreis angeboten. Über den Preis wurde Stillschweigen vereinbart. Die Pommersche Volksbank unterstützte die Stadt beim Rückkauf der Bücher. Allein der Kepler-Band war für rund 181 000 Euro im Internet angeboten worden, die beiden anderen Werke für 16 000 und 6000 Euro. Es handelt sich dabei um einen Nachdruck mit Werken des griechischen Mathematikers Apollonius von Perge sowie einen Druck von Homers Ilias und Odyssee von 1559/60.

Im Jahr 2012 wurden von der damaligen Leitung des Stadtarchivs 5926 historische Bände aus der Stralsunder Gymnasialbibliothek unbemerkt von der Öffentlichkeit für rund 95 000 Euro an einen bayerischen Antiquar verkauft. Erst nach Angeboten im Internet und einer breiten Protestwelle wurde der wahre Wert der Sammlung erkannt.

Hill hatte drei Bücher aus der Gymnasialbibliothek im November 2012 ersteigert. Er wollte den Kepler-Band mit einer weiteren Erstausgabe Keplers vereinen, die er einige Zeit zuvor erworben hatte. Er bot den so komplettierten Band zum Verkauf an und nannte dabei auch die Stralsunder Herkunft. Nachdem er die Hintergründe erfuhr, sei er sofort bereit gewesen, das Buch der Stadt zu seinem Erwerbspreis zur Verfügung zu stellen.

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