Musik : Jazz, der von Herzen kommt

Rund um die Mediziner Christina Jaschkowiak und Gustav Steinhoff (Mitte) haben sich die Musiker Johannes Pistor, Thomas Braun, Walter Martinez, Sebastian Sarfert und Jürgen Plato (v. l.) als „Jazz at heart“ zusammengefunden.
Rund um die Mediziner Christina Jaschkowiak und Gustav Steinhoff (Mitte) haben sich die Musiker Johannes Pistor, Thomas Braun, Walter Martinez, Sebastian Sarfert und Jürgen Plato (v. l.) als „Jazz at heart“ zusammengefunden.

Rostocker Medizinprofessor Gustav Steinhoff und Band „Jazz at heart“ im April erstmals in Schwerin

Karin.jpg von
05. März 2015, 18:38 Uhr

In Gustav Steinhoffs Brust schlagen sprichwörtlich zwei Herzen: das des international renommierten Herzchirurgen und Medizinprofessors, aber auch das eines anerkannten Jazz-Pianisten und Musikliebhabers.

Als Siebenjähriger habe er angefangen, Klavier, Jazzpiano und Kirchenorgel zu spielen, so der heute 56-Jährige. 17 Jahre lang nahm Steinhoff Instrumental-Unterricht, brachte es so weit, dass ein anschließendes Musikstudium möglich gewesen wäre. Doch er entschied sich ganz bewusst dagegen – und für die Medizin. „Mit Musik kann ich zwar viele Menschen erfreuen, aber als Arzt kann ich noch mehr Menschen nützlich sein“, begründet der Mediziner das.

Als Direktor der Klinik für Herzchirurgie an der Rostocker Universitätsmedizin setzte Steinhoff 2001 als weltweit Erster erfolgreich körpereigene Stammzellen am Herzen eines Patienten ein – und wurde damit zum Wegbereiter dieser neuen Therapie. Seit 2008 leitet Steinhoff neben seiner Tätigkeit an der Klinik das Referenz- und Translationszen-trum für kardiale Stammzelltherapie in Rostock.

Doch auch wenn die Medizin einen Großteil der Zeit des zweifachen Familienvaters beansprucht – die Musik verschwand nie ganz aus seinem Leben. Zusammen mit der damaligen Medizinstudentin Christina Jaschkowiak gründete er 2004 die Band „Jazz at heart“, die mittlerweile vier CDs herausgebracht hat – mit Adaptionen von George Gershwin bis Eric Clapton, aber zunehmend auch mit selbst komponierten Stücken. Zwar ist Christina Jaschkowiak mittlerweile nach München gezogen, wo sie als promovierte Kardiologin arbeitet und eine Familie gegründet hat. Die Formation „Jazz at heart“ gibt dennoch regelmäßig auch im Nordosten Konzerte – die nächsten sind für den 7. April um 19 Uhr im Rostocker Barocksaal und für den 8. April um 19.30 Uhr in der Orangerie des Schweriner Schlosses geplant.

„In Schwerin werden wir erstmals auftreten“, so Steinhoff, „die Stadt fehlte uns noch auf unserer Tournee-Karte…“ Dafür stehen aber mittlerweile beispielsweise Berlin und München darauf. Viele der Auftritte verbinden die Mediziner und ihre Band damit, aus dem Erlös medizinische Hilfsorganisationen zu unterstützen.

„Weil wir beruflich sehr eingespannt sind, geben wir pro Jahr maximal sechs Konzerte“, schränkt Steinhoff allerdings ein. Auf die diesjährigen würden sich die Musiker demnächst an einem verlängerten Wochenende vorbereiten. „Außer Frau Jaschkowiak und mir sind alle in der Band Profimusiker – deshalb ist es für uns machbar, mit so geringem Aufwand auszukommen“, erklärt Steinhoff. Wobei „geringer Aufwand“ relativ ist, er selbst übe an freien Wochenenden fünf bis sechs Stunden auf dem Klavier, gesteht der Professor.

„Ich kann durch die Musik Stress abbauen, kann beim Musizieren auch kritische Erfahrungen verarbeiten“, erklärt Steinhoff. „Und meine so gewonnene Ausgeglichenheit überträgt sich wiederum auf meine Patienten.“

Viele seiner Gefühle überträgt er auch direkt in die Musik. „Unsere neue CD, die noch in diesem Jahr herauskommen soll, wird noch mehr Eigenkompositionen enthalten“, verspricht der Rostocker. Erste Kostproben wird es bei den Konzerten im April zu hören geben.

Karten für „Jazz at heart“ am 8. April 2015 um 19.30 Uhr in der Schweriner Orangerie sind zum Preis von 17 Euro im Kundencenter unserer Zeitung in der Landeshauptstadt in der Mecklenburgstraße 39 erhältlich.

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