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Interview : Heino mit „Keimzeit“ im Gepäck

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Am 7. September spielt der Rock-Barde in Grevesmühlen / Im Interview spricht er über die DDR, über Höschen und BHs

Heino rockt das Piraten Open Air! Diese Nachricht schlug ein. Nun sind es nur noch gut drei Wochen, bis Heino & Band mit ihrem Programm „Mit freundlichen Grüßen“ am 7. September die Bühne des Action Open Air Theaters tatsächlich zum Beben bringen werden. Unser Autor Holger Glaner verabredete sich mit Heino.

Heino, haben Sie schon mal auf der Karte nachgeschaut, wo Grevesmühlen liegt?

Ganz ehrlich, ich wollte gerade fragen, wo Grevesmühlen eigentlich liegt. Dort war ich mit Sicherheit noch nie. Und das, obwohl ich nun schon 50 Jahre musikalisch unterwegs bin. Aber ich denke, das ist keine Schande, ich kann nicht überall schon mal gewesen sein. Auf jeden Fall freue ich mich darauf, wieder etwas Neues kennenzulernen.

Worauf dürfen sich die Besucher ihrer Show „Mit freundlichen Grüßen“ freuen?

Wir werden fast alle Songs aus meinem aktuellen Album mitbringen. Mit Songs von Rammstein, den Ärzten, Clueso, Westernhagen, Herbert Grönemeyer oder aber Nena. Unterstützt werde ich dabei von einer zwölfköpfigen Band. Angesagte Musiker, die besten, die man sich für so ein Event vorstellen kann. Drei Musiker aus meiner Band haben vor kurzem sogar die große Barbara Streisand musikalisch begleitet.

Gibt’s darüber hinaus musikalische Überraschungen mit gerockten Heino-Versionen von Klassikern wie dem alten Piratensong „15 Mann auf des toten Mannes Kiste“?

Da muss ich mal in die Noten schauen, was ich für Grevesmühlen noch an Seemannsliedern im Gepäck habe. Solche Sachen neu arrangieren zu lassen, ist ganz schön aufwendig. Vielleicht versuchen wir es mal mit „Wir lagen vor Madagaskar“. Aber darüber hinaus dürfen sich die Besucher auf Heino von A bis Z freuen. Vom „Enzian“ bis zu „Alles nur geklaut“. Das Konzert muss man gesehen haben!

„Mit freundlichen Grüßen“ war Ihr erstes Rockalbum. Wie stolz sind Sie, so etwas Verrücktes gemacht zu haben?

Auf die Idee bin ich doch erst gekommen, weil viele junge Leute zu mir gesagt haben, mach doch mal was für uns! Die Medien haben bis dato ja hartnäckig die Meinung verbreitet, Heino sei nur etwas für alte Leute. Nach dem Erscheinen des Albums „Mit freundlichen Grüßen“ hat sich mein Publikum tatsächlich schlagartig um 40 Jahre verjüngt. Und ich mich natürlich gleich mit. Das sieht man ja schon rein äußerlich. Früher kam ich in konservativem Erscheinungsbild daher – Krawatte, rote Jacke, Hose. Heute habe ich Nieten an der Jacke, trage Jeans, Rocker-Armband, Rocker-Kette, Rocker-Kreuze.

Zuzeiten der DDR waren Sie hierzulande mit einem Auftrittsverbot belegt. Wissen Sie noch, warum das so war?

Nein, ich stand als Musiker einfach auf der Verbotsliste, mein Liedgut war hier nicht angebracht. Dennoch haben wir mit meiner Schallplattenfirma in den 60-er Jahren viele meiner LPs in die DDR schmuggeln können. Wir haben die dann beispielsweise ganz einfach in LP-Hüllen von Peter Alexander oder Herbert von Karajan gesteckt und so ist das dann nicht aufgefallen. Ich habe auch viel Fanpost aus der DDR bekommen und immer Autogrammkarten zurückgeschickt.

Warum covern Sie nicht einmal die erfolgreichsten Songs der DDR-Rockmusik? Motto „Mit freundlichen Grüßen in die DDR“?

„Kling Klang“ von Keimzeit findet man ja bereits auf meinem jüngsten Album und das werde ich sicher auch in Grevesmühlen spielen. Aber ich habe tatsächlich etliche Alben von den Puhdys oder Karat in meinem Musikschrank.

Bei Volksmusikauftritten fliegen Ihnen die Herzen zu, bei Ihren Rockkonzerten durchaus schon mal Höschen und BHs. Was gefällt Ihnen besser?

Beides ist sehr schön. Früher habe ich Blumen, Schokolade und Pralinen bekommen. Heute sind es tatsächlich Höschen und BHs, die ich übrigens alle mit nach Hause nehme. Aber die sind so klein, dass sie meiner Frau Hannelore nicht mehr passen.

Was dürfen Ihre Fans für die Zukunft erwarten?

Die ganze Palette von „Enzian“ – neu arrangiert – bis zu Coversongs vielleicht eben auch einmal von Ost-Musikern wie den Puhdys.

 

Service: Wo gibt es Karten?

Tour „Mit freundlichen Grüßen“,  Open Air Theater Grevesmühlen,  7. September, 18 Uhr . Karten  zum Preis von 37 Euro in allen Vorverkaufsstellen unserer Tageszeitung, inkl. Gebühren, oder:  Tel. 03881/756600 

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