Zappanale Bad Doberan : Guter Mix aus Tradition und Moderne

Gelungener Start: „Die Drei vom Rhein“ begeisterten mit eigenen Songs und Zappa-Standards.
Gelungener Start: „Die Drei vom Rhein“ begeisterten mit eigenen Songs und Zappa-Standards.

Die diesjährige Zappanale baute stabile Brücken in die Zukunft

svz.de von
20. Juli 2015, 08:00 Uhr

Die 26. Zappanale in Bad Doberan ist noch nicht (ganz) vorbei, da ist das Fazit bei Besuchern und Festival-Machern bereits eindeutig: Das diesjährige Programm hatte mit Napoleon Murphy Brock, Tom Fowler, Jeff Hollie, Ed Mann, Robert Martin, Craig Steward, Denny Walley, Ray White, Ike Willis und Albert Wing zehn herausragende ehemalige musikalische Mitstreiter Frank Zappas so viele Illuminati wie noch nie eingeladen. Alle diese weltbekannten Musiker, Sänger und Zeitzeugen brachten in unterschiedlichsten musikalischen Paarungen das Erbe ihres Bandleaders mit hoher Authentizität und Respekt auf die Bühne.

Darüber hinaus sorgten diesmal einige dem breiten Publikum eher unbekannte Bands und Solisten für starke Momente im weiten musikalischen Spektrum zwischen Jazz-Rock, Avantgarde und moderner Klassik. So überraschte das Quartett „Die Drei vom Rhein“ mit einem packenden Mix aus eigenen Songs und Zappa-Standards. Nicht minder gefeiert wurde das aus Rostock stammende Improvisations-Duo „Die Reise“. Hier zeigten Gitarrist Christian Kuzio und Schlagzeuger Ronny Bruch eine zuweilen fast atemberaubende Performance. Auch die französische Zappa-Tribute-Band „The Peach Noise Experiment“, die gemeinsam mit dem Sänger und Multi-Instrumentalisten Napoleon Murphy Brock und dem hervorragenden Keyboarder Mats Öberg agierte, erfüllte höchste Erwartungen.

Die perfekte Verbindung von Zappa-Tradition und moderner Multimedia-Art gelang dem „Onomatopoeia Perturbation Consort“ unter der Leitung des Klang- und Medienkünstlers Friedmann „Fried“ Dehn. Das multimediale, in Form einer Rock-Oper dargebote Spektakel, bewies wieder einmal, dass die Zappanale alles andere als ein Oldie-Festival ist. Hier werden musikalisch-künstlerische Brücken in Gegenwart und Zukunft gebaut. Und das ist gut so!

Entspannte, fast festliche Stimmung herrschte bis weit nach Mitternacht auf der großen Campingfläche am Festival-Gelände, wo Musikliebhaber aus aller Herren Länder nach Konzertende miteinander ins Gespräch kamen, über Zappa, Politik, Festival-Preise und manches andere Thema diskutierten. In Bad Doberan fühlt sich ganz Europa seit langem zuhause.

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