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Kulturhistorisches Museum Stralsund : Goldschatz dauerhaft in MV

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Hiddenseer Schmuckensemble findet nach Ausstellungen in Berlin, Kopenhagen und London am Sund eine neue Heimstatt.

svz.de von
erstellt am 10.Dez.2015 | 12:00 Uhr

Der berühmte Hiddenseer Goldschmuck wird nach dem Umbau des Stralsund Museums ab morgen erstmals im Original in der Dauerausstellung gezeigt. Dazu wurden fünf Ausstellungsbereiche des Kulturhistorischen Museums umgebaut. Der eine Million Euro teure Umbau war zudem mit einer Umbenennung des Museums in „Stralsund Museum“ verbunden. Der Hiddenseer Goldschmuck gelte als ein herausragendes Beispiel der Goldschmiedekunst, sagte Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) gestern. Die Stadt erhofft sich mit der Neuausrichtung des Museums eine Steigerung der Besucherzahlen.

Der Hiddenseer Goldschmuck, ein knapp 600 Gramm schweres und aus 16 Teilen bestehendes Schmuckensemble, stammt aus der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts. Er gilt als einer der bedeutendsten Schmuckstücke aus der Wikingerzeit und war bei einer Sturmflut im Jahr 1872 auf Hiddensee freigespült worden. In den vergangenen beiden Jahren  war das Schmuckensemble im Rahmen großer Wikinger-Ausstellungen in Berlin, Kopenhagen und London gezeigt worden. Vermutet wird, dass der als einmalig geltende Schmuck mit dem dänischen Wikingerkönig Harald Blauzahn in Zusammenhang stehe, hieß es vom Museum. Er führte nach seiner Taufe am ottonischen Hof um 965 in Dänemark das Christentum ein.

Bislang war in der Ausstellung eine Replik des filigranen Schmuckes zu sehen, während das Original sicher im Tresor verwahrt wurde. Mit der dauerhaften Präsentation des Wikingergoldes hat das Museum nun in die dafür erforderliche  Sicherheitstechnik investiert und einen eigenen Museumsraum geschaffen. Dort wird neben dem Hiddenseer auch der Peenemünder Goldschatz – ein Armreifenensemble aus derselben Zeit - gezeigt. Er war Anfang des 20. Jahrhunderts bei Peenemünde auf Usedom entdeckt worden. „Die Kleinodien gaben bisher noch längst nicht alle Geheimnisse preis“, hieß es von der Stadt Stralsund. Auf spannende und unterhaltsame Weise werde in der neuen Ausstellung gezeigt, was die Wissenschaft bislang über die Geschichte und Herkunft der Funde herausfand.

Mit Abschluss der Baumaßnahmen im Museum wird der Schmuck in einem würdigen Rahmen eindrucksvoll präsentiert, sagte Glawe. Das Wirtschaftsministerium hat den Umbau mit 300 000 Euro aus der Städtebauförderung unterstützt. Das Kulturhistorische Museum in Stralsund zählte im vergangenen Jahr rund 86  000 Besucher. Mit der Neuausrichtung sei man sich sicher, die Besucherzahlen auf über 100 000 pro Jahr steigern zu können, sagte ein Sprecher der Stadt.

Neben dem Ausstellungsbereich für das Wikingergold werden am Freitag vier weitere Ausstellungsräume eröffnet, die sich unter anderem den Schwerpunkten Stralsunder Handel und Spielzeug widmen.

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