Pommersches Landesmuseum Greifswald : „Galerie der Romantik“

Die Greifswalderin Theres Behnke in einem Kleid aus der Zeit der Romantik am Caspar David Friedrich-Denkmal
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Die Greifswalderin Theres Behnke in einem Kleid aus der Zeit der Romantik am Caspar David Friedrich-Denkmal

Pommersches Landesmuseum Greifswald will stärker mit den Werken von Caspar-David-Friedrich wuchern

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14. November 2015, 16:00 Uhr

Der berühmteste Maler der deutschen Romantik, Caspar David Friedrich (1774-1840), soll in seiner Geburtsstadt Greifswald stärker in den Fokus gerückt werden. Das Pommersche Landesmuseum beabsichtigt, seine Gemäldegalerie zu einer „Galerie der Romantik“ zu profilieren. Dazu sei neben dem Umbau der bestehenden Galerie auch ein ergänzender Neubau geplant, in dem der Besucher über multimediale Elemente vom 21. Jahrhundert in die Zeit der Romantik geholt werde, sagte gestern Museumsdirektor Uwe Schröder.

Der Haushaltsausschuss des Bundestages hatte am Donnerstag beschlossen, für dieses Vorhaben im Jahr 2016 bis zu einer Million Euro und in den Folgejahren bis zu weiteren vier Millionen Euro bereitzustellen. „Wir haben uns vor Freude in den Armen gelegen, als wir das erfahren haben“, sagte Schröder.

Bereits vor Jahren hatte das Museum über den Bau eines Hauses nachgedacht, in dem die museumseigenen Originale Friedrichs und seiner Zeitgenossen präsentiert werden sollten. Das Zehn-Millionen-Euro-Projekt scheiterte im Jahr 2011, weil es nicht gelang, das Land für eine langfristige Finanzierung der Betriebskosten zu gewinnen. „Wir hatten immer einen Plan B in der Tasche“, sagte Schröder.

Das Vorhaben „Galerie der Romantik“ wird voraussichtlich nur über Bundesmittel finanziert, zusätzliche Stellen seien nicht geplant. „Das Konzept stellt für die Attraktivität unseres Museums ein echtes Sahnehäubchen dar.“

Seit Jahren bemüht sich die Stadt, ihren berühmtesten Sohn stärker in die Öffentlichkeit zu rücken. „Die Schauplätze der Romantik, die weiten Landschaften, das Licht und die Kreidefelsen sind heute noch in Mecklenburg-Vorpommern zu erleben“, sagte Schröder. Ziel sei es, die Galerie so zu profilieren, dass jeder Tourist, der sich für die Romantik im Norden interessiere, zuerst nach Greifswald komme.

Neben Friedrich wurden auch die Maler Philipp Otto Runge (1777-1810), Friedrich August von Klinkowström (1778-1835) sowie Georg Friedrich Kersting (1785-1847) auf dem Gebiet des heutigen Mecklenburg-Vorpommern geboren.

Für den Tourismusverband des Landes ist das Projekt ein überfälliger Meilenstein bei der Akzentuierung des Themas Romantik. „Vorpommern war nicht nur der Geburtsort der Romantiker, sondern auch ein Ort der Inspiration und Ideenfindung“, sagte der Sprecher des Landestourismusverbandes, Tobias Woitendorf. „Greifswald hat den Bock jetzt nur noch umstoßen müssen.“ Positive Reaktionen kamen auch aus dem Greifswalder Rathaus. „Für Greifswald ist das eine großartige Sache, wir freuen uns sehr“, sagte Oberbürgermeister Stefan Fassbinder (Grüne).

Im Jahr 2010 zeigte das Pommersche Landesmuseum bereits die international beachtete Schau „Geburt der Romantik“. Auch die Marketing-Initiative des Landes „Natürlich romantisch“ hatte in Greifswald ihren Ursprung.

Wann die Bauarbeiten beginnen, sei noch ungewiss, sagte Schröder. Jetzt müssten zunächst eine Reihe vorbereitender Gespräche geführt werden. Neben dem Neubau direkt neben der Galerie mit einem etwa 150 Quadratmeter großen Ausstellungsraum soll auch die seit 15 Jahren bestehende Galerie Veränderungen erfahren.

Ähnlich wie in der Schau „Geburt der Romantik“ soll die Ausstellung als begehbare Biografie gestaltet werden. Das Museum besitzt sieben Gemälde Friedrichs und eine umfangreiche Sammlung mit Grafiken. 

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