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Neustrelitz : Fußball-Lokal wurde zur Bühne

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Das Stadion des Neustrelitzer Viertligisten hat am Wochenende seine „Taufe“ als Theaterbühne bestanden. Mit langanhaltendem Beifall hat das Publikum am Freitagabend in der Stadiongaststätte die Premiere des Thomas-Brussig-Stückes „Leben bis Männer“ gefeiert.„Wir wollten Sie in die Weisheiten des Fußballs einführen, und auch ich habe dabei viel darüber erfahren, sogar über internationale Zusammenhänge“, sagt Regisseur Wolfgang Bordel, Schauspieldirektor bei der Theater- und Orchester GmbH Neubrandenburg/Neustrelitz, nach der Premiere. Das Brussig-Stück handelt von einem Ex-Fußballer, der wegen Krankheit nicht mehr spielen, aber noch Provinzmannschaften trainieren kann. Er träumt vom Derby gegen Bayern München. Die Rolle in dem einstündigen, humorvollen „Monodrama“ scheint dem Berliner Schauspieler Wolfgang Grossmann wie auf den Leib geschrieben. Nur mit Trillerpfeife, Ball, Taktiktafel, Umkleideschrank und Rekorder kommt er aus. Als Trainer von „Tatkraft Börde“ vergleicht Grossmann Handball mit der DDR-Atmosphäre beim SED-Parteitag: „Alle klatschen im Takt und mit Glück wirft irgendwann mal einer.“ Unter Bordels Anleitung verknüpft Grossmann das Leben vor und nach 1990 mit dem beliebten Massenphänomen Fußball, allerdings etwas weniger als in der Brussig-Vorlage. „Wir wollten uns mehr auf Fußball in allen Facetten konzentrieren“, sagt der Regisseur. „Sehr witzig und genau der richtige Ort für das Stück“, sagt der Neustrelitzer Stadtpräsident Christoph Poland nach dem „Abfiff“.

Weitere Aufführungen bei Fußballclubs sind in Anklam und Zinnowitz sowie im Theater-Zelt im Sommer auf der Insel Usedom geplant. Mit solchen Ideen sowie Sommerspektakeln in Neubrandenburg und mehr Kooperation mit der Vorpommerschen Landesbühne Anklam versuchen Bordel und Intendant Joachim Kümmritz, die sinkenden Zuschauerzahlen der GmbH zu steigern.

 

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