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Festspiele MV : Furioses Finale

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Festspiele MV beenden die Saison mit Klassikprogramm in der Neubrandenburger Konzertkirche

svz.de von
erstellt am 22.Sep.2014 | 20:06 Uhr

Mit einem furiosen Abschlusskonzert am frühen Sonntagabend in der Konzertkirche Neubrandenburg beendeten die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern ihre diesjährige Sommersaison unter ihrem neuen Intendanten Dr. Markus Fein. Nachdem dieser dem bewährten Festspielkonzept erfolgreich einige neue Seiten hinzugefügt hatte, bot er als Schlusspunkt mit Beethoven, Sibelius, Dvorák eines der üblichen Klassikprogramme. Wer sich jedoch mit „Die Stücke kenne ich“ bequem genießend im Sessel zurücklehnen wollte, wurde schon beim ersten Werk des Abends, Beethovens Egmont-Ouvertüre, gespielt von der NDR Radiophilharmonie unter der Leitung des in Moskau geborenen Dirigenten Dima Slobodeniouk, förmlich hochgerissen. Slobodeniouk gab dem Orchester mit rund und elegant geführten Bewegungen sehr präzise Zeichen und erreichte einen ebensolchen Klang. Die Musiker folgten seinen fließenden Gesten mit einer so aufregend dynamischen Gestaltung, dass man meinte, die düsteren Moll-Akkorde des Beginns noch nie so schwer, die melodischen Passagen aber noch nie so vital gehört zu haben.

Es folgte das Violinkonzert von Jean Sibelius mit dem Solisten Frank Peter Zimmermann. Das Werk äußerte sich wie ein herkulisches Ringen von Solist und Dirigent, nicht gegeneinander, eher miteinander um dasselbe Ziel, die Kräfte aufs Höchste gespannt. Der Dirigent im schweißdurchtränkten Hemd vor den Musikern, der Geiger scheinbar eingeschlossen in den Raum zwischen sich und seiner Stradivari-Violine, aus dem er zuweilen wie mit einem Sprung ausbrach auf den Dirigenten zu. Ein atemberaubendes Spiel! Der Violinton voller Substanz und Kraft. Das Publikum feierte Solist und Orchester mit stehenden Ovationen.

Zum Abschluss Antonín Dvoráks Sinfonie Nr. 7, aus deren kämpferischem Material der Dirigent faszinierende Gestalten voller Anmut und Gelöstheit gewann. Drei Werke in Moll-Tonarten, die das Publikum voller Freude und Erfüllung entließen!



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