Filmkunstfest auf Betriebstemperatur

Herzliches Willkommen: Chefredakteur Dieter Schulz (li.)  kennt Ursula Werner – daneben Filmkunstfest-Chef Torsten Jahn – noch aus den Kinofilmen seiner Jugend, „auch wenn ich für manche noch zu jung war“.
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Herzliches Willkommen: Chefredakteur Dieter Schulz (li.) kennt Ursula Werner – daneben Filmkunstfest-Chef Torsten Jahn – noch aus den Kinofilmen seiner Jugend, „auch wenn ich für manche noch zu jung war“.

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21. April 2010, 09:07 Uhr

Es geht voran auf der Zielgeraden: In knapp zwei Wochen beginnt das 20. Filmkunstfest MV. Gestern stand ein gepflegtes Vorwärmen auf dem Programm: Beim „Warm Up“ im Verlagshaus der Schweriner Volkszeitung hatten die Besucher die Gelegenheit, Ursula Werner kennenzulernen. ZVS-Chefredakteur Dieter Schulz: „Schließlich hat sie viele unserer Leser mit ihren Filmen begleitet – von Einem irren Duft von frischem Heu bis hoch auf Wolke neun.“

Gestern kam noch eine erinnerungswürdige Vorstellung dazu: Nach ihrer Lesung aus „Der ungeteilte Himmel“ lieferte Ursula Werner im Talk mit Filmjournalist Klaus-Dieter Felsmann ein Feuerwerk von charmanten kleinen Schauspiel-Miniaturen ab. Vor allem, als sie schilderte, wie sie Andreas Dresen für „Wolke 9“ zusagte – und erst nach dem Telefonat merkte: Es wird da, nun ja, einige Bett- und Nacktszenen geben. Und das Drehbuch – war anderthalb Seiten lang: „Dresen ließ uns improvisieren.“

Ursula Werner erntete für ihre Anekdoten, ihre Mimik, ihre Gestik Szenenapplaus, im knallvollen Saal: So viele Leser strömten gestern Abend ins Verlagshaus, dass ZVS-Geschäftsführer Bernd Bleitzhofer, Chefredakteur Schulz und Filmfest-Chef Torsten Jahn schnell einig waren: „Wir stehen.“ Ihre reservierten Plätze überließen sie dem Publikum.

Für „Wolke 9“, Dresens unverkrampften Film über eine verhängnisvolle Affäre zwischen alten Menschen, hatte Ursula Werner den Deutschen Filmpreis 2009 für die beste Hauptdarstellerin erhalten. Seitdem ist die Theaterschauspielerin wieder gut im Filmgeschäft. Dort war sie schon einmal: Seit den 1960er-Jahren hatte Werner diverse Rollen in den Defa-Spielfilmen – darunter eben auch das „Fräulein Dr. Unglaube“ in der Komödie „Ein irrer Duft von frischem Heu“.

Die Defa-Tradition hochzuhalten, gehört zum Programm des Filmkunstfestes. „Wir wollen aber nicht nur zurückschauen“, betont Stefan Fichtner aus dem Programmplanungteam: Ursula Werner stehe ebenso für den neuen deutschen Film, auch für die auf dem Filmkunstfest stets bejubelten Werke Andreas Dresens. In „Die Polizistin“ war Werner dabei, in „Willenbrock“ und eben in „Wolke 9“. „Ich mag Schwerin, habe hier Freunde, kenne das Theater gut“, sagte Werner. Schade sei, dass in diesem Jahr nur dieser Abend Platz in ihrem Terminkalender habe.

Das „Warm Up“ mit Werner passe genau in das Programm, betont Torsten Jahn: „Wir wollen mit allen feiern, die in den vergangenen Jahren Freunde und Partner waren. Schließlich sind wir in 20 Jahren zum größten Publikumsfestival in den neuen Ländern geworden.“ Ein unterhaltsamer Abend wie gestern gehöre dazu. Neben Autoren, Regisseuren, Produzenten braucht ein Film ebenso wie ein Festival auch – Zuschauer. Wenn der gestrige Abendmaßgebend ist, wird das 20. Filmkunstfest ein Renner.

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