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Meeresmuseum Stralsund : „Expedition Tiefsee" als Magnet

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Deutsches Meeresmuseum steuert nach Flaute auf Besucherplus zu. Im nächsten Jahr kommen „Kraken & Konsorten“.

svz.de von
erstellt am 10.Dez.2015 | 20:30 Uhr

Nach Jahren des Besucherrückgangs im Deutschen Meeresmuseum in Stralsund steuert die Einrichtung jetzt wieder auf ein Besucherplus zu. Bis Ende November 2015 kamen mit knapp 820 000 rund 39 000 Gäste mehr als im Vorjahreszeitraum. Ursache dafür seien das wechselhafte Sommerwetter, eine verstärkte Werbung und die Festlegung auf ein Jahresthema, sagte der Direktor des Deutschen Meeresmuseums, Harald Benke, am Donnerstag in Stralsund. Das Jahresthema „Expedition Tiefsee“ habe dazu beigetragen, dass der Anteil der Wiederholungsbesucher im Ozeaneum von 19 auf 26,5 Prozent gestiegen sei. „Die Entwicklung gibt uns wieder Luft zum Atmen, bestätigt aber auch unsere langjährigen Prognosen“, sagte Benke.

Im kommenden Jahr will das Museum die Eintrittspreise um durchschnittlich einen Euro anheben. Die Entscheidung sei dem Museum nicht leicht gefallen, sei aber notwendig, um wieder investieren zu können, sagte der Kaufmännnische Direktor, Andreas Tanschus.  Nach der Eröffnung des Ozeaneums im Jahr 2008 waren die Besucherzahlen explodiert, hatten dann aber seit 2010 nachgelassen.

Das Deutsche Meeresmuseum erhält für den Betrieb des Ozeaneums keine Zuschüsse, sondern muss den Betrieb aus den Einnahmen erwirtschaften, wie Benke beklagte.

Ins Ozeaneum kamen mit 522 000 Besuchern bis Ende November rund 23 000 mehr als im Vorjahr. Das Stammhaus im Katharinenkloster zählte 190 000 Besucher (+ 14 000). Dazu kommen das Nautineum mit 7100 (-2000) und das Natureum mit 99 000 Gästen (+ 4000). Mit diesen Besucherzahlen gehöre das Deutsche Meeresmuseum zu den „Top Five“ in Deutschland.

Im kommenden Jahr will sich das Meeresmuseum dem Thema „Kraken & Konsorten“ widmen. „Kopffüßer zählen zu den intelligentesten Tieren im Meer“, sagte Benke. Das Museum will Fossilien längst ausgestorbener Ur-Tintenfische und Ammoniten sowie Modelle von bis zu zweieinhalb Meter großen Humboldtkalmaren zeigen. In der Ausstellung soll auch ein echter pazifischer Octopus zu sehen sein, der vor Alaska gefangen werden soll.

Zudem steht das kommende Jahr im Zeichen der Vorbereitung für den auf 30 Millionen Euro veranschlagten Umbau des Stammhauses, dem alten Meeresmuseum im Katharinenkloster. Bund und Land wollen das Vorhaben mit je 15 Millionen Euro finanzieren. Nun sollen die konkreten Planungsunterlagen erarbeitet werden. Benke sprach von einem „neuen spektakulären Aquarium“. Analog zur virtuellen Reise durch die Kaltwassermeere im Ozeaneum soll der Besucher im Stammhaus auf die Reise durch die Warmwassermeere entlang des Äquators gehen. Mit einem Baubeginn rechnet das Museum frühestens 2018. Zuvor soll ein internationaler Architektenwettbewerb ausgelobt werden.

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