Festspiele MV : „Es war feurig-feierlich“

Das französische Streichquartett Quatuor Ebène: Adrien Boisseau, Pierre Colombet, Raphaël Merlin und Garbiel Le Magadure (v.l.)
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Das französische Streichquartett Quatuor Ebène: Adrien Boisseau, Pierre Colombet, Raphaël Merlin und Garbiel Le Magadure (v.l.)

Das französische Streichquartett Quatuor Ebène ist in diesem Jahr „Preisträger in Residence“ bei den Festspielen MV

Die Musiker des französischen Streichquartetts Quatuor Ebène gewannen 2005 den Ensemble-Preis der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern. Seither waren sie regelmäßig Gäste des Musikfestivals. In diesem Jahr durften sie als „Preisträger in Residence“ das Programm der Saison maßgeblich mitgestalten – ein Privileg, das bislang nur Solisten zuteil wurde. Heute Abend tritt das Quartett beim Friends-Projekt in Hasenwinkel auf. Der Cellist Raphaël Merlin blickt im Interview mit Frank Pfaff auf die Spielzeit und erinnert sich an das erste Konzert des Quartetts bei den Festspielen.

Erstmals wurde ein Ensemble „Preisträger in Residence“ und durfte das Programm mitgestalten. Was dürfen die Gäste erwarten?

Wir sind zu 80 Prozent ein ganz normales Streichquartett mit klassischem Repertoire. Von Haydn über Bach, Beethoven und Schumann bis hin zu Brahms. Zu 20 Prozent spielen wir aber auch Musik, die das Klassikpublikum für gewöhnlich nicht erwartet. Wir finden dieses Cross-over spannend. Im August werden wir bei den Festspielen eine Jazz-Woche veranstalten. Eine Musikrichtung, die man nicht sofort mit einem Streichquartett in Verbindung bringt. Es werden sehr verschiedene Klangfarben sein, mit denen wir dieser Festspiel-Saison unseren Stempel aufdrücken wollen.

Und worauf freuen Sie sich besonders?

Das Besondere an dieser Residence ist ja, über einen längeren Zeitraum an einem Ort zu sein und sich mit mehr Ruhe auf die Konzerte vorbereiten zu können. Wir sind es als Musiker anders gewöhnt. Wir sind immer unterwegs, vom Flughafen zum Konzertsaal, dann zum Hotel und am nächsten Tag oft schon wieder im Flieger. Wir freuen uns deshalb auf einen schönen Sommer, in dem wir uns in herrlicher Umgebung mit Freunden treffen und mit ihnen tolle Projekte umsetzen können.

Bei Ihrem Debüt vor zehn Jahren gewannen Sie als aufstrebendes Quartett den Ensemble-Preis. Welche Erinnerungen verbinden Sie damit?

Es war sehr warm, der Saal sehr voll und das Atmen fiel schwer. Doch dann hat sich eine geradezu elektrisierende Spannung aufgebaut, besonders beim 3. Quartett von Schumann. Es war feurig-feierlich. Auch wenn wir technisch nicht perfekt spielten, gab es eine intensive Verbindung zum Publikum. Als wir dann von der Auszeichnung hörten, haben wir sofort an das Schumann-Quartett denken müssen. Das war ein spezielles Erlebnis für uns und wohl auch für das Publikum.

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