Künstler für Schüler : Entdeckungsreise Kunst

Schüler der Regionalen Schule Ferdinandshof formen chinesische Schriftzeichen aus Modelliermasse.
Schüler der Regionalen Schule Ferdinandshof formen chinesische Schriftzeichen aus Modelliermasse.

40 Künstler arbeiten im landesweiten Projekt mit Kindern und Jugendlichen

svz.de von
01. Juli 2015, 12:00 Uhr

„Male doch deine schönen Haare“, rät Harriet ihrer Freundin. Ihre Bleistiftskizze auf der lebensgroßen Leinwand aus Pappe zeigt Harriet im Kleid mit einer Hufeisen-Brosche. Harriet ist eine der 26 Viertklässler aus der Heinrich-Heine-Schule Schwerin, die am Projekt „Künstler für Schüler“ des Künstlerverbands M-V e.V. teilnehmen. Ein landesweites Projekt, das seit 16 Jahren Kinder auf spielerische Weise zu schöpferischer Arbeit anregt, Räume außerhalb des Alltags in Elternhaus und Schule öffnet. In diesem Jahr arbeiten Künstler an 35 Standorten mit 400 Kindern und Jugendlichen.

Die Künstlerin Daniela Melzig vom Rothener Hof e. V. betreut das spannende Projekt und reist durch Mecklenburg-Vorpommern, um sich ein Bild von der Umsetzung einzelner Projekte zu machen, Unterstützung zu geben und Netzwerke zu knüpfen.

Farbig geht es im Atelier der Musik- und Kunstschule Ataraxia in Schwerin zu, wuselig und laut, konzentriert und kreativ. Unter der Anleitung der bildenden Künstlerin Julia Hansen erkunden die neun bis zehnjährigen Schüler ihr eigenes Ich. Sie suchen Antworten auf die Frage: „Wie bin ich und wie könnte ich sein?“ Sie fertigen Selbstporträts an. Lernen heißt zunächst schauen, wie haben es andere gemacht. Was lag da näher als abgucken in der Ahnengalerie des Herzogs im Schweriner Schloss. Berna Bartel zeigte den Schülern das „Fotoalbum“ der Vorfahren des Herzogs. Wie haben sie sich darstellen lassen? Was sagen Kleidung, Schmuck, körperliche Merkmale? Ein dicker Bauch und kräftige Oberschenkel als Ausdruck für Reichtum? Und wie bin ich? Wie stelle ich das dar? Im nächsten Schritt entstanden im Atelier Skizzen. Dann begann die eigentliche Arbeit. Die Gestaltung des Hintergrunds, Details und farbige Ausgestaltung. Das erfordert Nachdenken. Nachdenken über sich, heißt ein Selbstwertgefühl entwickeln.

Julia Hansen nimmt zum zweiten Mal am Projekt „Künstler für Schüler“ teil. Sie hat an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee Bildhauerei studiert. Ihr Anliegen ist es, dem medialen Körperkult, der mit seinen Modelshows Selbstzweifel wecken kann, etwas entgegenzusetzen und auf künstlerische Weise die Entwicklung eines gesunden Selbstvertrauens zu fördern. Aber auch Freude am eigenen künstlerischen Schaffen zu vermitteln. „Mir ist es wichtig, Kindern Kunst nahezubringen und ihnen zu vermitteln, wie sie sich selbst künstlerisch ausdrücken können“, erklärt die gebürtige Schwerinerin Julia Hansen. Die entstandene „Ahnengalerie der neuen Generation“ wird ab 11. Juli in der Schweriner Mecklenburgstraße 7 gezeigt. Ein anderes Projekt heißt „Asiatische Tage“. Schüler der Regionalen Schule Ferdinandshof lernen die asiatische Kultur kennen. Angelika Janz und ihre „Assistenten“ kommen im Kimono. Der „Unterricht“ beginnt entspannend mit Qigong-Übungen. Es gibt einen Glückskeks und Tee. Die Kinder formen chinesische Schriftzeichen aus Modelliermasse oder gestalten Lesezeichen mit chinesischen Tierkreiszeichen. Die Schüler haben Spaß am Kennenlernen fremder Kulturen.

Neu bei „Künstler für Schüler“ sind Tandemprojekte, bei denen zwei Künstler gemeinsam mit Schülern arbeiten. So organisierten die Autorin Vera Doneck und die Künstlerin Ursula Bahr aus Alt Meteln Workshops mit Bobitzer Schülern unter dem Titel „Anna, Alex und Alice im Wunderland“. Entstanden ist ein zauberhaftes Buch mit Texten und Zeichnungen der Kinder.

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