"We All Live In A Yellow Submarine" am Staatstheater : Eine gelungene Hommage

<strong>Gesangsstarkes Ensemble</strong> und unsterbliche Beatles-Hits<foto>Silke Winkler</foto>
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Gesangsstarkes Ensemble und unsterbliche Beatles-HitsSilke Winkler

Der letzte Live-Auftritt der Beatles im legendären Star Club im Stadtteil St. Pauli fand am 31. Dezember 1962 statt. 50 Jahre später erlebte im Mecklenburgischen Staatstheater ein Konzert für Schauspieler seine Premiere.

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01. Januar 2013, 07:18 Uhr

Schwerin | Vor fünf Jahrzehnten begannen die Beatles ihren musikalischen Siegeszug um die Welt. Sie kamen als unbekannte Band aus Liverpool nach Hamburg, eroberten dort zuerst die Clubbühnen im Vergnügungsviertel rund um die Reeperbahn. Ihr letzter Live-Auftritt im legendären Star Club im Stadtteil St. Pauli fand am 31. Dezember 1962 statt. Auf den Tag genau, 50 Jahre später, erlebte im Mecklenburgischen Staatstheater ein Konzert für Schauspieler unter dem Titel "We All Live In The Yellow Submarine" seine Premiere. Unter der Regie von Peter Dehler und der musikalischen Leitung von Thomas Möckel wurde ein wahres Feuerwerk an bekannten und weniger bekannten Song-Perlen aus dem Beatles-Universum präsentiert, das selbst Kennern der Materie einige schöne Überraschungen zu bieten hat. Gemeinsam mit der Dramaturgin Franziska Oehme, dem Bühnenbildner Ulv Jakobsen und dem Choreographen Rüdiger Daas gelingen Dehler und Möckel großartige Einblicke in das Gesamtwerk der berühmtesten und erfolgreichsten Band der Popgeschichte.

Nachdem das Team im vergangenen Jahr bereits eine von Kritik und Publikum gleichermaßen gefeierte Hommage an die Musiklegende Elvis Presley abgeliefert hatte, wurde diesmal das Format des szenischen Konzerts weiter ausgebaut und erweitert. Das durchweg mit Spielfreude und großem Einsatz agierende Schauspiel-Ensemble hatte sichtbar viel Freude an dieser poetischen Hommage an die Fabelhaften Vier aus Liverpool. Und genau so erging es dem Publikum. Durch die von Thomas Möckel geschriebenen neuen Arrangements schimmerten selbst bekannte und viel gespielte Beatles-Songs wie "Across The Universe" oder "Still My Guitar Gently Weeps" in neuem Licht. Die minimalistische, fast kammermusikalische Ausstattung der Live-Band in der Besetzung Geige, Klavier, Akkordeon, Schlagzeug, Cello und Bass bot genau den musikalischen Grundanstrich, der das elfköpfige Schauspiel-Ensemble mit Gästen wie der Sängerin Jana Kühn und der Puppenspielerin Antje Binder immer wieder zu Höchstleistungen animierte.

Bewegender Moment in einem an darstellerischen und musikalischen Höhepunkten reichen Programm war Klaus Bieligks Performance des McCartney-Titels "Yesterday". Dieser weltweit meistgecoverte Song des Beatles-Kataloges erstrahlte hier in einem fast surrealen Glanz. Bieligk beschwor die Schatten der Vergangenheit und transponierte sie, ohne in falsche Gefühligkeit zu versacken, in die Gegenwart. Aber auch selten gespielte Songs wie der ins deutsche übertragene "Maxwells Silberhammer" boten perfekte Unterhaltung mit teilweise philosophischem Tiefgang. Das gesamte Ensemble agierte, als wäre es bereits seit Jahren auf diesem Gelben Unterseeboot quer durch die Weltmeere unterwegs. Nachdem der Hollywood-Regisseur Robert Zemeckis gerade verkündet hat, dass aus der geplanten Neuverfilmung des Beatles-Zeichentrickfilms "Yellow Submarine" in absehbarer Zeit nichts wird, ist die Freude um so größer, dass dieser intelligenten und etwas anderen Beatles-Hommage in Schwerin bald weitere Vorstellungen folgen werden. Nicht nur Beatles-Fans sollten sich bei der Karten-Reservierung beeilen.

Die nächsten Vorstellungen:

5., 17. und 31. Januar, 19.30 Uhr, Großes Haus

Aufgelesen! Yellow Submarine & Co. - Seemannsgarn neu gewickelt: 03. Januar, 20:30 Uhr, Werk 3, Domwinkel

Kartentelefon: 0385-5300123

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