#SagNein : Ein Lied gegen Mobbing

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Das Duo „Wie Ihr“ aus MV setzt Zeichen gegen Schikanen – mehr als tausend Facebook-Nutzer beteiligen sich daran

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05. September 2015, 16:00 Uhr

„Hässliche Kuh“, „Dumpfbacke, verpiss dich!“, „Fettes Schwein, wenn ich dich seh, stech ich dich ab“ – Kommentare wie diese finden sich zu Hauf in Onlineforen und sozialen Netzwerken. Sie sind der Ausdruck einer neuen Form der Gewalt – dem Cybermobbing. Täter sind oft Jugendliche, ihre Opfer häufig Schulkameraden. Meist schweigen Betroffene – aus Scham und aus Angst, noch mehr schikaniert zu werden. Doch damit soll nun Schluss sein. Zwei junge Musiker aus Mecklenburg-Vorpommern geben Opfern eine Stimme. Mit ihrem Song „Sag Nein“ setzt das Duo „Wie Ihr“, bestehend aus Benedikt “Benni“ Drees und Kevin Scholz, ein klares Statement gegen Mobbing. Ihr Video zum Song ist eine Collage aus zahlreichen Fotos, auf denen Anhänger des Duos und Mobbing-Betroffene Schilder mit der Aufschrift „#SagNein“ in die Kamera halten.

Der 22-jährige Benni und der fast drei Jahre ältere Kevin sind beste Freunde. Seit knapp zwei Jahren machen sie gemeinsam Musik – als Duo „Wie Ihr“. Ihr Stil ist eine Mischung aus Rap, Hip Hop und Pop gepaart mit kritischen deutschen Texten. Das passt nicht jedem, wie vor allem Benni erfahren musste. Aufgrund seiner sozialkritischen Liedtexte sei er selbst schon Ziel von Mobbingattacken geworden, erzählt er. Auch deshalb wollen „Wie Ihr“ das Thema Mobbing stärker in den Fokus der Öffentlichkeit rücken.

So schreiben Benni und Kevin „Sag Nein“ – einen Song, in dem sie jede Form der Schikane anprangern, Täter zum Umdenken auffordern und Opfern Mut zusprechen.

Doch damit nicht genug. Um der Botschaft Nachdruck zu verleihen, ruft das Duo seine Fans zu einer Aktion auf. Über Facebook veröffentlicht es die erste Strophe sowie den Refrain seines Songs und bittet die Nutzer, sich gegen Mobbing auszusprechen, indem sie Bilder von sich und dem Slogan „#SagNein“ zuschicken.

Was dann geschieht, damit haben „Wie Ihr“ nicht gerechnet. In wenigen Stunden werden Benni und Kevin mit Nachrichten überhäuft. Sie erhalten Zuspruch für ihre Aktion und mehr als 1000 Fotos.

Unter den eingesendeten Bildern suchen sie und ihr Musiklabel „Crazy Monkey Studios“, bei denen sie seit diesem Jahr unter Vertrag stehen, die besten aus und fügen sie in ihr Video ein. Das Ergebnis ist über die Facebook-Seite von „Wie Ihr“ und auf Youtube abrufbar. Der Song kann kostenlos auf der Internetseite des Labels heruntergeladen werden.

Und die Resonanz ist groß. „In der ersten halben Stunde wurde das Video mehr als 60000-mal aufgerufen“, sagt Ulli Dronia, Geschäftsführer von „Crazy Monkey Studios“, stolz. Das Label mit Sitz in Boizenburg arbeitet mit nationalen und internationalen Größen der Musikbranche zusammen und unterstützt gern überzeugende Talente. So auch „Wie Ihr“ und ihr musikalisches Projekt gegen Mobbing.

Um dem Ansturm der Einsendungen gerecht zu werden, produziert Dronia mit Benni und Kevin gleich ein zweites Video – selber Titel, neue Fotos. Und auch dieses wird Tag für Tag von immer mehr Menschen angeklickt. Insgesamt habe der Song mehr als eine Million Menschen erreicht.

Die Unterstützer kommen nicht nur aus dem Familien und Freundeskreis. Auch Prominente sind darunter, unter anderem die Sänger Sarah Connor und Piedro Lombardi. Sie teilen den Song auf ihren privaten Seiten und sagen so ebenfalls Nein zu Mobbing.

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