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Romy Schneider scheint zeitlos : Ein Gesicht zum Verweilen

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Romy Schneider: Das ist natürlich Sissi, das ist großes Kino, das ist Kult, das bebt und ist internationale Spitzenklasse. Doch eine große Ausstellung in Bonn setzt den Schwerpunkt nicht so sehr auf den Glamour-Aspekt.

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erstellt am 04.Apr.2012 | 07:16 Uhr

Bonn | Romy Schneider: Das ist natürlich Sissi, das ist großes Kino, das ist Kult, das bebt und ist internationale Spitzenklasse. Doch eine große Ausstellung in der Bundeskunsthalle in Bonn setzt den Schwerpunkt nicht so sehr auf den Glamour-Aspekt. Für Kuratorin Daniela Sannwald ist ein bedeutender Punkt, dass der Weltstar "in allen Lebenslagen gearbeitet" hat. Und: "Sie altert nicht, nicht auf den Fotos, nicht ihre Filme. Sie ist immer authentisch."

Romy Schneider starb vor 30 Jahren, am 29. Mai 1982. Da hatte sie zwei Scheidungen und den Unfalltod des Sohnes hinter sich. Aber gearbeitet hat sie bis zuletzt. "Sie verfügte über eine große Professionalität. Sie hat unglaublich viel und konzentriert gearbeitet", sagt Sannwald. Die Arbeit sei nach ihrem Empfinden überhaupt der Schlüssel zu dieser Persönlichkeit.

Am Anfang der Schau steht "Sissi", die Filmtrilogie, die in den 50er-Jahren den Grundstein für die Karriere bildet. Bilder vom Set, Bilder mit der Mutter, der UFA-Schauspielerin Magda Schneider, Bilder von beiden in New York. Zu sehen sind auch alte Filmplakate. Als Kaiserin Elisabeth von Österreich wird Romy zur Kultfigur in der Bundesrepublik und großen Teilen Europas. Als Teil vier der Sissi-Filme ansteht, streikt Romy. Sie will nicht mehr. Sie schlägt die für die Rolle angebotene eine Million Mark aus und geht nach Paris. Dort zieht sie mit Alain Delon zusammen.

Auf 750 bis 800 Objekte schätzt Sannwald die ausgestellten Schaustücke der Ausstellung. Als sehr großzügiger Leihgeber erwies sich Alain Delon. Er steuerte neben vielen Fotos auch das Kostüm bei, in dem Romy 1961 an seiner Seite in Paris in dem Theaterstück "Schade, dass sie eine Dirne ist" von John Treford im Théatre de Paris auftrat. Das Highlight der Ausstellung, die heute eröffnet wird und bis zum 24. Juni dauert, bilden die Fotos im Kabinett, die eine ganz besondere Nähe zur jungen und zur gereiften Romy Schneider vermitteln. Dazu passt der Nachruf der Schauspielerin Hanna Schygulla nach Schneiders Tod: "Es gibt Gesichter, auf denen man lange verweilen kann. Gesichter, in die man träumend versinkt."

Ein Leben voller Höhen und Tiefen

Romy Schneider war einer der großen Stars des europäischen Kinos. Ihr früher Tod machte sie zur Legende.

1938: Rosemarie Magdalena Albach wird in Wien als Tochter des Schauspieler-Ehepaares Wolf Albach-Retty und Magda Schneider geboren.
1953: Mit ihrer Mutter ist sie in „Wenn der weiße Flieder wieder blüht“ erstmals im Kino zu sehen.
1955-1957: Die „Sissi“-Filme von Ernst Marischka bringen Weltruhm.
1958: Um dem Sissi-Etikett zu entkommen, geht sie nach Frankreich.
1959: Verlobung mit dem französischen Schauspieler Alain Delon. Die Trennung 1963 stürzt Schneider in eine Krise.
1966 Heirat mit Regisseur Harry Meyen und Geburt von Sohn David. Die Ehe wird 1975 geschieden.
1976: Für „Nachtblende“ erhält sie als „Beste Schauspielerin“ den erstmals vergebenen „César“.
1975: Heirat mit Daniel Biasini. Kurz nach der Geburt von Tochter Sarah 1977 trennt sich das Paar.
1981: Ihr Sohn verletzt sich tödlich. „Die Spaziergängerin von Sanssouci“ ist ihr letzter Film.
1982: Sie stirbt in Paris an Herzversagen.

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